Griechenland
Westerwelle kritisiert Forderungen nach Euro-Austritt

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ist gegen Spekulationen über einen Euro-Austritt Griechenlands und hat Forderungen aus der CSU nach einem Austritt Athens aus der Euro-Zone als „töricht“ kritisiert.
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Berlin/DüsseldorfAußenminister Guido Westerwelle (FDP) hält Forderungen nach einem Euro-Austritt Griechenlands für voreingenommen. "Mit dem Bedienen von Vorurteilen wird man unserer Verantwortung für Europa und den Euro nicht gerecht", sagte Westerwelle der Düsseldorfer "Rheinischen Post". CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hatte am Wochenende gesagt, am Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone führe kein Weg vorbei.

Westerwelle nannte es töricht, dem Bericht der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds über die Fortschritte Athens bei der Umsetzung der Reformen vorzugreifen. "Der griechische Ministerpräsident hat in Berlin und Paris klargestellt, dass Griechenland seine Verpflichtungen einhalten will", sagte er. "Jetzt kommt es entscheidend darauf an, dass diesen entschlossenen Worten ebenso konsequente Taten folgen."

Weiter hieß es in der "Rheinischen Post" unter Berufung auf einen mit den Vorgängen vertrauten EU-Diplomaten, dass die Troika ihren Abschlussbericht zu den Reformfortschritten des Landes "frühestens Anfang Oktober" vorlegen werde. Grund seien Privatisierungsbestrebungen der griechischen Regierung, die wahrscheinlich erst im September umgesetzt werden könnten.

Der Bericht ist Grundlage für die Entscheidung, ob Griechenland aus seinem zweiten Hilfspaket eine weitere Tranche von 31,5 Milliarden Euro erhält. Ohne das Geld droht dem Land die Pleite. Die Regierung in Athen arbeitet derzeit an einem neuen Sparpaket von mindestens 11,5 Milliarden Euro, das Voraussetzung für die Hilfe ist.


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Kommentare zu " Griechenland: Westerwelle kritisiert Forderungen nach Euro-Austritt"

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  • @ Euroaustritt-Deutschland,

    ein Euroaustritt ist nur zusammen mit einem EUaustritt!
    Wenn ein Euroaustritt-Deutschland ohne Austritt aus der EU möglich wäre dann hätte Deutschland schon lange den Schritt gewagt. Laut EU-Verträge sollen allen EU-Länder den Euro einführen sobald sie die Kriterien erfüllen.
    Ob ein Austritt aus der EU für Deutschland von Vorteil wäre wage ich zu bezweifeln!

  • Lieber GEO2012,

    was Politiker aus Bayern sagen, halte ich für uninteressant. Wichtig ist die ökonomische Relevanz einer eigenen Währung, die im Fall von GR sicher sehr schnell deutlich unter dem € liegen wird.

    Das hemmt Importe, fördert Exporte und verstärkt die Gesamtnachfrage in GR in Richtung heimischer Produktion. Und diese schafft Arbeitsplätze, aber nicht Kredite bzw. Geldgeschenke von außen.

    Von 'einfach' und 'alles wird gut' hatte ich nichts gesagt - steinig wird der Weg in jedem Fall.

  • Lieber Ernst, is das Dein Ernst?
    Ist das wirklich so einfach?
    Griechenland raus aus dem Euro und alles wir gut?
    Weil das ein Provinzpolitiker aus Bayern sagt, der meint sich damit profilieren zu können?
    Was hat der studiert, Schlaumeierei?

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