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03.11.2006 
Jacobs ist nicht der erste private Stifter

Griff nach der Zukunft

Die deutschen Privatunis tun sich schwer, genügend Geld von Sponsoren, Firmen oder Stiftungen einzusammeln. Die Milionen-Spende des Kaffee-Milliardärs Klaus Jacobs für die Bemer IUB ist die Ausnahme. US-Hochschulen geben den Weg vor.

Absolventen der IUB. Die Privatuni wirbt mit hohen Abschlussquoten.Lupe

Absolventen der IUB. Die Privatuni wirbt mit hohen Abschlussquoten.

gil/pam BERLIN. Als die Nachricht von der 200-Millionen-Euro-Spende des Kaffeemilliardärs Klaus Jacobs für die private International University Bremen (IUB) kam, „war unser erster Gedanke: Na also, es geht doch“, erzählt der Vorstandssprecher des Verbandes der privaten Hochschulen (VPH), Udo Steffens. Ein auch nur annähernd ähnlich großes Engagement ist in Deutschland nicht bekannt. Die Jacobs-Gabe „ist für uns ein enormer Ansporn, auch in Deutschland reiche Privatleute als Sponsoren zu gewinnen“, sagt Steffens, der auch die HfB Business School of Finance & Management in Frankfurt führt.

Das ist bitter nötig, denn im Vergleich vor allem zu den USA führen private Hochschulen in Deutschland ein Nischendasein: An rund 70 Instituten studieren gerade mal gut zwei Prozent der insgesamt zwei Millionen Studenten. Dass das so ist, liegt auch am Geld. Viele private Hochschulen finanzieren sich fast ausschließlich über Gebühren – ein Bachelor-Studium kostet im Jahr 5 000 bis 10 000 Euro, bei der IUB 15 000. Damit „kann man aber gerade mal die Lehre finanzieren“, sagt Steffens. Deshalb konzentriert sich die Masse der Privaten auf Wirtschaft oder Recht. Dort belegen sie in nationalen Rankings Spitzenplätze – international rangieren die deutschen Business Schools noch unter „ferner liefen“.

An Natur- und Ingenieurwissenschaften oder Medizin wagen sich gerade die IUB oder die älteste Privatuni in Deutschland aus Witten-Herdecke. Denn „um zu forschen, brauchen sie nennenswertes Stiftungsvermögen“, sagt Steffens. Um an die Gelder zu kommen, setzt er mehr auf Privatleute als auf Unternehmen. Denn den Stiftern gehe es auch um „Ruhm und Image – sie wollen sich unsterblich machen“, sagt der HfB-Chef. Wie in Bremen: Die IUB heißt ab sofort „Jacobs University Bremen“.

Jacobs ist nicht der erste private Stifter, schon vor ihm haben sich einige wenige verdient gemacht um die privaten deutschen Hochschulen. Doch die gespendeten Gelder seien im internationalen Vergleich „eher überschaubar“, so Steffens.

So unterstützt Metro-Gründer Otto Beisheim seit 1993 die private Hochschule WHU Koblenz-Vallendar. Über seine Schweizer Otto-Beisheim-Stiftung stattete der kinderlose Milliardär die Hochschule nicht nur mit einem Stiftungskapital von 50 Mill. D-Mark aus, er finanziert auch zwei von 18 Lehrstühlen. Zum Dank trägt die WHU den Beinamen „Otto Beisheim School of Management“.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: 18 Prozent des Haushalts machen Studiengebühren aus.

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