Den Stifter im Namen trägt auch die Hamburger Bucerius Law School. Die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius finanziert derzeit 69 Prozent des Elf-Millionen-Haushalts der privaten Juristen-Universität. 18 Prozent machen Studiengebühren aus. Der Geschäftsführer der Bucerius Law School, Hariolf Wenzler, rechnet mit einer kontinuierlichen Steigerung des Spendenaufkommens – auch durch die steigende Zahl der Absolventen. „Das Engagement privater Förderer ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Mit rund 1,3 Mill. Euro Spenden pro Jahr machen sie für 2007 zwölf Prozent unseres Budgets aus.“ Die neue Hertie School of Governance in Berlin ist eine Gründung der Hertie-Stiftung. Sie gab 25 Mill. Euro für die ersten fünf Jahre.
Die bekannteste Privatuni hingegen, Witten-Herdecke, muss ihr Budget mühsamer zusammenklauben. Spenden, Stiftungen und Sponsoren machen gerade mal 28 Prozent des Budgets aus. Doch ohne den Zuschuss des Landes von 3,5 Mill. Euro, der 2007 noch aufgestockt wird, ginge es nicht. Auf Initiative von 23 Dax-Unternehmen entstand 2002 die Managerschmiede European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Sie bekam 80 Mill. Euro von den Konzernen, darunter fünf von der Deutschen Bank. Zunächst legte sie einen Fehlstart hin. Ein neuer Chef soll es nun richten.
Einzelne Unternehmen nutzen derzeit vor allem den „Stiftungslehrstuhl“, um ihren Namen mit der Spende zu verbinden. Die Summen sind jedoch deutlich kleiner. So finanziert die Deutsche Bank eine Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Privatkundengeschäft. Das Ganze ist eine Partnerschaft zwischen der HfB und der Uni Mannheim mit einem Volumen von jährlich 800 000 Euro. Daneben unterstützt die Bank die EBS (European Business School).
Seit dem Sommer sponsert auch die Commerzbank den Mittelstandslehrstuhl an der HfB mit einem sechsstelligen Betrag. Eine ähnliche Summe fließt an die WHU. Die Deutsche Börse engagiert sich an der European Business School in Oestrich-Winkel und an der WHU in Koblenz. Über die konkreten Summen wird vornehm geschwiegen.
Neben der Suche nach Großspendern steht Kleinarbeit an, sagt Steffens. Vorbild sei die Managementschule Insead in Fontainebleau bei Paris: Sie habe in einer ersten Kampagne 118 Mill. Euro eingesammelt, bei der derzeit laufenden Runde seien es bereits 80 Millionen. Steffens ist klar: „Wir werden den Wettbewerb offensiv angehen müssen – auch in Konkurrenz zu den unterfinanzierten staatlichen Hochschulen, die ebenfalls um private Gelder buhlen.“


