Grippemittel
Forscher entdecken erste Resistenzen gegen Tamiflu

Japanische Forscher haben offenbar einen Stamm des Vogelgrippe-Virus H5N1 entdeckt, der bereits resistent gegen das Grippemittel Tamiflu ist. Lizenznehmer des Mittels ist der schweizerische Pharmakonzern Roche.

HB LONDON. Der Stamm sei bei einem vietnamesischen Mädchen isoliert worden, berichtet ein Team um Yoshihiro Kawaoka von der Universität Tokio im britischen Fachmagazin „Nature“.

Das Mädchen sei zwar wieder gesund geworden. Der Befund aber gebe Anlass zu den Befürchtungen, dass Tamiflu nicht genüge, um eine möglicherweise vom Virus H5N1 ausgehende weltweite Epidemie zu bekämpfen. Experten befürchten, dass sich das Vogelgrippe-Virus H5N1 einmal mit einem menschlichen Grippevirus mischt und daraus ein leicht von Mensch zu Mensch übertragbares Virus entsteht.

Zudem gebe es Hinweise darauf, dass sich das vietnamesische Mädchen bei seinem Bruder angesteckt habe und nicht wie normalerweise durch Kontakt mit infiziertem Geflügel, berichtet Kawaoka. Allerdings müssten zu Vermutung einer solchen Übertragung noch weitere Fälle untersucht werden.

Die Forscher hatten mit dem isolierten Virus Frettchen infiziert. Dabei stellte sich nach ihren Angaben heraus, dass das Virus weiterhin empfindlich gegen das Grippe-Medikament Relenza war. Der Beitrag der japanischen Forscher soll in der „Nature“-Ausgabe vom 20. Oktober veröffentlicht werden. Die Redaktion hatte die übliche Sperrfrist aufgehoben.

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