Grippewelle
Zahlreiche Schulen geschlossen – Impfstoff knapp

An immer mehr Schulen fällt der Unterricht aus, Kindertagesstätten werden vorsorglich geschlossen: Die zweite Welle der Schweinegrippe hat Deutschland im Griff. Die Bürger sind zunehmend besorgt und lassen sich in Scharen impfen, das Serum wird vielerorts knapp.
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HB BERLIN. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geht davon aus, dass der Engpass bei den Impfstoffen gegen Schweinegrippe überwunden werden wird. Es werde demnächst mehr Impfstoff pro Woche zur Verfügung stehen, sagte Rösler der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" vom Dienstag. Die Ausbeute bei der Impfstoffproduktion sei bislang nach Auskunft der Hersteller "nicht so hoch wie erhofft". Der Hersteller GlaxoSmithKline habe das Produktionsverfahren jedoch verbessert. Allerdings seien "auch bei optimaler Ausbeute an Impfstoff immer wieder Wartezeiten möglich", so Rösler.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Konsequenzen wegen der Lieferschwankungen beim Impfstoff gefordert. "Menschen mit besonderem Risiko müssen Vorrang haben bei der Impfung gegen die Neue Grippe", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" zufolge. Auf ein solches Vorgehen hätten sich auch die Fachminister des Bundes und der anderen Länder verständigt.

In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es unterdessen einen weiteren Schweinegrippe-Toten. Der 33-jährige Münchner war am 1. November erkrankt und starb am vergangenen Samstag in der Intensivstation eines Münchner Krankenhauses, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Aufgrund seiner Grunderkrankung habe für den Patienten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Neuen Grippe bestanden. Am 2. November war bereits ein 52-jähriger Münchner an Schweinegrippe gestorben, deutschlandweit sind elf Todesfälle bekannt.

Rösler will sich am Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder treffen, um über den bisherigen Verlauf der Impfaktion zu beraten. Dabei soll es auch darum gehen, wo es bei der Impfung noch hakt. In den vergangenen Tagen hatte es aus mehreren Bundesländern Berichte über Engpässe bei der Impfstoffversorgung gegeben.

Rösler wies zugleich darauf hin, dass vor allem Kindergärten und Schulen Eltern und Kinder gezielt über das Thema Schweinegrippe informieren und einfache Hygienemaßnahmen mit den Kindern einüben sollten. Dazu gehöre, sich mehrfach täglich die Hände zu waschen, nur in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch zu niesen und längere Aufenthalte in größeren Menschenansammlungen zu meiden. Um eine weitere Verbreitung der Schweinegrippe zu verhindern, könnten die Gesundheitsbehörden zudem Schulen oder Kindergärten "ganz oder teilweise schließen, soweit und solange es erforderlich ist", sagte Rösler.

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