Gröhe am Film-Set
Gesundheitsminister zu Besuch bei Ärzteserie

Gesundheitsminister Gröhe konzentriert sich bei seiner Sommerreise auf sein Fachgebiet: Unfallkrankenhäuser, Fachkliniken, wissenschaftliche Einrichtungen. Die Visite am Set einer Ärzteserie bringt etwas Abwechslung.
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ErfurtZur Einstimmung läuft im Bus eine Folge der Serie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“. Am Abend trifft Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dann den Produzenten der Reihe, Sven Sund, am Set in den MDR-Studios in Erfurt. Gröhe kommt auf seiner Sommerreise am Mittwoch direkt aus dem echten Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn in die fiktive Fernseh-Klinik.

Ärzte gehörten im Fernsehen zu den beliebtesten Berufsgruppen, noch vor den Köchen, sagt er. Wie aber reagiert das Publikum, wenn die Ärzte im Fernsehen doch nicht erfolgreich sind und ihnen der Patient unter den Händen wegstirbt, oder eine „schräge Diagnose“ gestellt wird? Kommen dann kritische Zuschauer-Briefe oder gar wütende Anrufe?

Grundsätzlich geschehe dies eher selten, versichert der Produzent. Man gehe sehr respektvoll mit den Krankheitsbildern um. „Sie sind gut recherchiert“, sagt Sund. Das alles geschieht mit medizinischer Fachberatung des Arztes Henrich Sundermann.

Was macht eine gute Arztserie aus? Im Mittelpunkt stehe das Arzt-Patienten-Verhältnis. „Hier wird mir geholfen. Hier werde ich gerettet“, erläutert Co-Produzentin Gabriela Brenner. Dann gehe es auch um die privaten Sorgen von Arzt oder Patient. Dazu nehme man eine Prise Humor, Einfühlungsvermögen und eine gutes Ärzte-Team.

In der Serie stehen die Chirurgen eher im Mittelpunkt als etwa der Narkosearzt. Im Zweifel ist die Arbeit des Operateurs auch spannender und gibt lebendigere Bilder her. Beim Chirurgen passiert für den Zuschauer mehr. „Er schlitzt das Heiligste auf, den Körper“, sagt Sundermann. Und Brenner erzählt, Themen und Fälle finde man im richtigen Leben – in Zeitungen, aus Erzählungen von Bekannten und Anregungen von Fachleuten.

Dem 30-jährigen Schauspieler Philipp Danne gefällt die Rolle des Assistenzarztes Ben Ahlbeck. „Die Geschichten stimmen“, sagt er. Man habe auch viel Spaß, in diesem Team zu arbeiten. Und: „Arzt spielen hat etwas sehr Spannendes.“ Was denn mit schweren medizinischen Fachausdrücken sei, so eine Zwischenfrage. „Man sagt es immer wieder, immer wieder.“

Und was ist mit politischen Themen von öffentlicher Relevanz wie falschen Brustimplantaten, Organspende-Skandal, Krankenhauskeimen, fragt der Gesundheitsminister. Alle die genannten Beispiele seien in Folgen eingeflossen, antwortet Sund. Allerdings werde kein tagesaktuelles Thema verarbeitet, das nach wenigen Tagen aus der Diskussion verschwinde.

Wie weit beeinflusst Fernsehen die Sichtweise der Gesellschaft auf das Thema Gesundheit, hakt Gröhe nach. Das Fernsehen habe keinen rein informatorischen Auftrag, sondern einen Unterhaltungsauftrag, entgegnet Sund.

Das scheint Gröhe zu wenig. Der Minister fragt nochmals nach: Wie gehe das Team mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Organspende und Hirntod oder mit Masern und Impfschutz um? Man plane die 42 Folgen pro Jahr ja langfristig und bespiele solche Themen durchaus – „aber nicht im politischen Sinne“, erläutert Sund. Das Fernsehen wolle dem Zuschauer keine Bewertung solcher Themen mit auf den Weg geben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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