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Großauftrag: Bundeswehr will Logistik privatisieren

Die Bundeswehr plant, ihre Logistik in private Hände zu geben. Als Interessent für den Großauftrag gilt in der Branche DHL, die Express- und Logistiktochter der Deutschen Post.

KÖLN. Geprüft werde die Privatisierung der Basislogistik, des gesamten Transports auch von Munition und Waffen in Deutschland sowie in Einsatzgebiete bis hin zur Abholrampe, sagte Ulrich Horsmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (Gebb) dem Handelsblatt. Mit der Gebb will der Bund Einsparungen bei der Bundeswehr durch Privatisierungen vorantreiben.

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Die Ausschreibung eines ersten Logistik-Paketes im Wert von 800 Mill. Euro erwartet Horsmann bereits in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2006. Insgesamt gibt die Bundeswehr jährlich drei Mrd. Euro für Logistik aus. „Mit der Privatisierung können wir die Leistungsfähigkeit der Logistik erhöhen und die Kosten der Bundeswehr deutlich reduzieren“, sagte Horsmann. Er hält Einsparungen von über 250 Mill. Euro allein durch dieses erste Projekt für möglich. Davon wären 7800 Beschäftigte der Bundeswehr betroffen, die aber durch Tarifverträge vor betriebsbedingter Kündigung geschützt sind. Die Privatisierungspläne schließen 190 Depots, Lager, Verteilzentren und Ausgabestellen ein.

„Wir sind von der Bundeswehr angesprochen worden, eigene Ideen zu entwickeln“, sagte eine Sprecherin von DHL. Es gebe aber zur Zeit keine Gespräche. Branchenkreise sehen DHL als einzigen ernsthaften Kandidaten für den Großauftrag. Konkurrenten wie der US-Paketriese UPS kommen dafür kaum in Frage, da UPS bereits als Logistiker für die US-Armee arbeitet. Zudem verbindet Post und Bundeswehr eine langjährige Partnerschaft. Seit 50 Jahren trägt der Konzern die Feldpost in allen Ländern der Welt aus. Die Post ist dazu gesetzlich verpflichtet. Eingesetzt werden speziell geschulte Feldpostsoldaten. Die Post gehört außerdem seit März 2000 zu den Unternehmen, die die Bundeswehr in Sachen Privatisierung beraten.

2004 hat Gebb-Chef Horsmann den Aufwand der Bundeswehr nach eigenen Angaben um 374 Mill. Euro gesenkt. Im Vorjahr waren es 254 Mill. Euro. Gespart habe die Armee vor allem im Fuhrparkmanagement und im Bekleidungswesen. Hier arbeitet Gebb mit der Deutschen Bahn beziehungsweise dem Spediteur Hellmann sowie dem Dienstkleidungsspezialisten Lion zusammen. Ein Test läuft bei der Verpflegung mit der Berliner Dussmann-Gruppe. Horsmann räumte aber ein, dass in den Zahlen Einmaleffekte enthalten seien, etwa Erlöse aus dem Abbau von Lägern.

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