Großdemo vor dem G-8-Gipfel
Gipfelgegner strömen nach Rostock

Bis zu 100 000 Demonstranten werden zu der Großkundgebung gegen den anstehenden G-8-Gipfel in Rostock erwartet. Die Veranstalter rechnen nach dem Gewaltverzicht aller beteiligten Gruppen zwar mit einem friedlichen Verlauf, doch falls die NPD-Anhänger nach dem Verbot der Demo in Schwerin nach Rostock ausweichen, könnte es ungemütlich werden.

HB ROSTOCK. Bereits am Vormittag zählte die Polizei mehr als 20 000 Demonstranten in der Stadt. Die Rostocker Innenstadt wirkte streckenweise wie ausgestorben, zahlreiche Geschäfte waren geschlossen. Die Polizei zeigte massive Präsenz. Eine für den Vormittag in Schwerin geplante Demonstration der rechtsextremistischen NPD und eine Gegenkundgebung waren unterdessen verboten worden.

Die Veranstalter der Großdemonstration in Rostock, ein Bündnis von Globalisierungskritikern, rechneten mit einem friedlichen Verlauf. „Weder wir noch die Polizei erwarten, dass es zu Ausschreitungen kommt“, sagte Attac-Aktivist Werner Rätz am Samstag in Rostock. Alle an der Demonstration beteiligten Gruppen, von Gewerkschaften bis zu Linksradikalen, hätten sich zum Gewaltverzicht bekannt. „Wir wollen, dass alle Menschen ohne Angst an der Demonstration teilnehmen können“, sagte Rätz.

Nach dem Verbot der NPD-Kundgebung in Schwerin forderte Attac die Polizei auf, Rechtsradikalen den Zugang zur Stadt zu verbieten. Die Rechten seien auf der Demonstration nicht willkommen, sagte Rätz, und drohte mit gewaltsamen Auseinandersetzungen: „Nazipositionen sind unerwünscht. Wir werden die nicht dulden und die Nazis rausschmeißen.“

Auch für die kommenden Tage seien Ausschreitungen zu befürchten, sagte Rätz. Bereits am Freitag seien die Bewohner einiger Camps von Polizisten durch „massive Kontrollen“ bewusst schikaniert worden „Durch das repressive und ruppige Verhalten der Polizei können einige Personen stark verärgert werden“, sagte Rätz. Dies könne dann zu Gewalt führen.

In der Rostocker Innenstadt waren am Samstagvormittag die meisten Geschäfte geschlossen geblieben. Viele Inhaber vernagelten die Schaufenster bereits am Freitag mit Spanplatten. Die Straßen entlang den Demonstrationsrouten wirkten wie ausgestorben. Viele Bewohner hatten ihre Autos umgeparkt.

Auf zwei Routen wollen die Demonstranten die Stadt durchqueren und gegen Abend im Stadthafen zu einer Abschlusskundgebung zusammen kommen. Die beiden Demonstrationszüge sollen sich gegen 13.00 Uhr in Bewegung setzen, um 16.00 Uhr ist die Abschlusskundgebung geplant. Die Veranstaltung wird von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Insgesamt sollen nächste Woche bei den Protesten und zum Schutz des G-8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm 16 000 Polizisten eingesetzt werden.

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