Große Koalition: Grünes Licht für Gehaltsgrenzen bei Managern

Große Koalition
Grünes Licht für Gehaltsgrenzen bei Managern

Union und SPD wollen sich bis zur kommenden Woche über eine gesetzliche Regelung von Managergehältern einigen. Heute treffen sich die Finanzpolitiker der Koalition, um strittige Fragen aus dem Weg zu räumen. „Die Schlussberatungen beginnen“, sagte der Verhandlungsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, dem Handelsblatt.

BERLIN. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hätten den Finanzpolitikern der Union „grünes Licht gegeben“, die Verhandlungen zu einem Ende zu führen. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir uns auf gesetzliche Änderungen des Aktienrechts und des Handelsgesetzbuchs einigen“, sagte Poß.

Zu den Änderungen, bei denen eine Einigung erzielt werden kann, zählt etwa, dass künftig der gesamte Aufsichtsrat über die Vergütung des Vorstands entscheiden soll. Auch sind sich die Koalitionspartner einig, dass Manager in Zukunft stärker am langfristigen Erfolg des Unternehmens gemessen werden. Dazu wolle man den Begriff der „Angemessenheit der Vergütung“ präzisieren, sagte Poß. So herrscht etwa bereits Einigkeit darüber, dass Aktienoptionen nicht schon nach zwei, sondern erst nach vier Jahren eingelöst werden dürfen. Dies hatte der Verhandlungsführer der Union, Otto Bernhardt, bereits angedeutet. „Wir wollen deshalb die Regeln des Aktienrechts präzisieren“, kündigte Poß an.

Der Union fällt es schwer, sich auf gesetzliche Regeln festzulegen. Sie verweist lieber auf den freiwilligen Verhaltenskodex der Wirtschaft. Im Corporate-Governance-Kodex etwa ist die „Angemessenheit der Vergütung“ näher beschrieben. Der SPD aber reicht das nicht.

„Es wird Bereiche geben, in denen wir uns nicht einigen“, sagte Poß. Dazu zähle vermutlich die Absetzbarkeit von Abfindungen und Vorstandsvergütungen. Die SPD will diese Möglichkeit eingrenzen, die Union ist in der Frage gespalten. Dennoch zeigt sich Poß zuversichtlich: „Die Union ist sehr pragmatisch, wenn es darum geht, Wahlkampfmunition aus dem Weg zu räumen“, sagte er. Gegebenenfalls werde die SPD das Thema im Superwahljahr nutzen.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%