Große Koalition
SPD-Mitgliedervotum kostet eine Million

Die SPD verschickt per SPD-Zeitung „Vorwärts“ den Koalitionsvertrag an alle SPD-Mitglieder. Hintergrund ist das Votum der Mitglieder über den Eintritt in eine große Koalition. Die SPD rechnet mit hohen Kosten.
  • 2

BerlinDas Votum der rund 473.000 SPD-Mitglieder über den Eintritt in eine große Koalition mit der Union wird zum logistischen Kraftakt. „Wir rechnen mit Kosten von einer Million Euro“, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Dienstag in Berlin. Vom 6. bis 12. Dezember kann per Briefwahl abgestimmt werden. Per Sonderausgabe der SPD-Zeitung „Vorwärts“ wird der Koalitionsvertrag, der bis Ende November ausgehandelt sein soll, an alle SPD-Mitglieder verschickt. Begleitet wird der Prozess von Regionalkonferenzen.

Am 13. Dezember werden alle zurückgesandten Abstimmungsbriefe zu einer gemieteten Halle in Berlin gebracht. Zur Öffnung der Briefe wurden von der SPD zwei „Hochleistungsschlitzmaschinen“ angeschafft, die rund 20.000 Briefumschläge pro Stunde öffnen können.

400 Helfer sollen die Partei bei der Auszählung am 14. Dezember unterstützen. Mindestens 20 Prozent der Mitglieder (94.000) müssen sich beteiligen, damit der Entscheid gültig ist. Sonst muss ein Sonderparteitag einberufen werden. Ein Notar soll die Auszählung überwachen. Bis zum 15. Dezember soll das Ergebnis feststehen.

Nahles sprach von einer deutlich erhöhten Zahl an SPD-Eintritten seit der Entscheidung für das bisher einmalige Vorgehen. Im Oktober seien 2500 Menschen eingetreten - normal sei ein Wert von 1000.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Große Koalition: SPD-Mitgliedervotum kostet eine Million"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wird dann wohl wegen Geldmangel abgeblasen werden, aber die deutschen[...] werdens verstehen!
    War ja sowieso klar, dass daraus nichts wird. A pro-pos "Nichts wird". Frueher hiess es, wer nichts wird, wird Wirt, heute wird er Politiker, reimt sich zwar nicht, aber ist dafuer richtiger!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Direkte Demokratie kostet zwar einerseits Millionen, aber spart andereseits Milliarden.
    Das ist einer der Gründe, warum die Schweizer weltweit mit das grösste Pro-Kopf-Vermögen haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%