Große Koalition
Union und SPD vertagen K-Frage erneut

Eigentlich sollte heute Abend die Entscheidung über die Kanzlerschaft in einer großen Koalition fallen. Doch jetzt erklärte ein Sprecher der Sozialdemokraten, beide Lager würden sich am Montagvormittag noch einmal zusammensetzen. Bis dahin gebe es nur einen Zwischenstand.

HB BERLIN. Bei dem Spitzengespräch von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit den Parteichefs Angela Merkel (CDU), Franz Müntefering (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) werden am Sonntag offenbar noch keine endgültigen Entscheidungen über die Kanzlerfrage und über Einzelheiten einer großen Koalition fallen.

SPD-Sprecher Lars Kühn sagte am Sonntag, die vier Spitzenpolitiker würden sich am Montagvormittag um 11 Uhr erneut treffen. Nach Informationen der ARD sollen die Parteigremien zunächst informiert werden und grünes Licht geben. Die Union pocht als stärkste Fraktion darauf, dass Merkel Kanzlerin wird, während die SPD sich weiter für Schröder ausspricht.

Die Spekulationen um Kanzleramt und Kabinett reißen aufgrund der festgefahrenen Positionen nicht ab. Die SPD sucht angeblich händeringend nach einem Vizekanzler. Müntefering will nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" (Sonntag) dieses Amt nicht übernehmen. "Er muss Partei und Fraktion zusammenhalten", sagte ein SPD-Vorstandsmitglied.

Laut "Tagesspiegel am Sonntag" sind auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Verteidigungsminister Peter Struck (beide SPD) im Gespräch. Müntefering und Schröder hatten Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) laut "Spiegel" für das Außenamt vorgesehen, auch um ihn für die Bundestagswahl 2009 als Spitzenmann vorzubereiten. Platzeck lehnte einen Wechsel nach Berlin aber erneut ab.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) kann sich derweil eine Teilung der Kanzlerschaft zwischen Gerhard Schröder (beide SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel "sehr gut" vorstellen. "Das würde das nötige Vertrauen beider Partner zueinander stärken", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nach der "israelischen Lösung" würde Schröder weitere zwei Jahre im Amt bleiben und von Merkel abgelöst. Die SPD-Fraktionslinke und der konservative Seeheimer Kreis erklärten, sie wollten nur Schröder als Kanzler akzeptieren.

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