_

„Große Wertschätzung“: Merkel klammert sich an Wulff

Wird Wulff nach den Vorwürfen gegen ihn den Ansprüchen an das Amt des Bundespräsidenten noch gerecht? Die Opposition wollte von der Kanzlerin eine Antwort darauf – und Merkel reagierte prompt.

Merkel und Wulff. Quelle: dpa
Merkel und Wulff. Quelle: dpa

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erstmal zu den öffentlichen Erklärungen von Bundespräsident Christian Wulff in seinem Fernsehinterview zu Wort gemeldet. Dies sei ein wichtiger Schritt, Vertrauen der Bürger wiederherzustellen, ließ sie ihren Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mitteilen. Er bekräftigte, die Kanzlerin habe „große Wertschätzung“ für Christian Wulff als Mensch und als Bundespräsident.

Anzeige

Die Frage, ob ein umstrittener Anruf Wulffs auf der Mobilbox von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann veröffentlicht werden solle, sei eine Sache zwischen diesen beiden. Die Mitteilung Wulffs, dies nicht zu tun, sei zu respektieren. Merkel kommentiere es nicht.

Wulff räumte derweil ein, dass angesichts seiner Kredit- und Medienaffäre schwierige Wochen hinter ihm liegen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im neuen Jahr machte er in Berlin zugleich deutlich, dass er sich nun wieder verstärkt seinen Amtsgeschäften widmen wolle. Die letzten Tage und Wochen seien so gewesen, dass er sich das „nicht noch mal zumuten“ müsse, sagte Wulff beim Empfang der Sternsinger im Schloss Bellevue auf Zuruf eines Journalisten, wie es ihm gehe. Er sei froh, dass „das Jahr 2012 nun losgeht und man sich wieder seinen eigentlichen Aufgaben zuwenden kann“.

Wulffs Baustellen

  • Mögliche Verstöße gegen das niedersächsische Ministergesetz

    Es geht um die Frage, ob Wulff mit der Annahme des Hauskredits von der Unternehmergattin Edith Geerkens Vorschriften verletzt hat. Das Verfahren zur Klärung ist in Niedersachsen umstritten. Die Opposition aus SPD, Grünen und Linker verlangt für die übernächste Woche eine öffentliche Debatte im Plenum des Landtags. Zwei Kleine Anfragen hierzu gingen schon bei der Landesregierung ein. Von einem möglichen Gang vor den niedersächsischen Staatsgerichtshof hält die SPD noch Abstand. Die Linkspartei fordert dagegen bereits jetzt die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses.

  • Kredit der BW-Bank

    Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will im Februar den Kredit ihres Tochterinstituts BW-Bank an Wulff unter die Lupe nehmen. Am 13. Februar befasst sich damit der Prüfungsausschuss der LBBW, am 23. Februar der Aufsichtsrat. Wulff hatte den Geerkens-Kredit durch ein Darlehen der BW-Bank abgelöst. Nach Recherchen des „Spiegels“ hatte die Bank Wulff einen Kredit gewährt, bei dem die Zinsen zunächst lediglich bei 0,9 bis 2,1 Prozent lagen - und damit um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung anderer Kunden. Wulff betonte in dem Interview mit ARD und ZDF, es handle sich um übliche Konditionen. Er habe keine Vorteile genossen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft, ob es gegen die BW-Bank einen Anfangsverdacht wegen Untreue gibt.

  • Anzeigen von Privat gegen Wulff

    Bei den Strafbehörden gingen im Rahmen der Kreditaffäre bislang mehr als 20 Anzeigen gegen den Bundespräsidenten ein. Noch gibt es nach Auskunft der Ermittler aber keinen Anfangsverdacht wegen einer Straftat. Die Behörden überlegen derzeit, welches juristische Verfahren überhaupt zu wählen wäre, wenn die Immunität des Staatsoberhaupts im Fall konkreter Ermittlungen tatsächlich aufgehoben werden müsste

  • Die Urlaube von Wulffs früherem Sprecher

    Kurz vor Weihnachten entließ Wulff seinen Vertrauten Olaf Glaeseker, ohne nähere Gründe zu nennen. Beobachter vermuten, dass Glaeseker wegen drohender Ermittlungen zu Gratisurlauben bei dem Event-Unternehmer Manfred Schmidt aus der Schusslinie genommen werden sollte. Die Staatsanwaltschaft in Hannover prüft mittlerweile, ob gegen den Ex-Journalisten ein Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme vorliegt. Zudem spekulieren Kritiker, er habe bei der Organisation von Veranstaltungen politische und private Interessen miteinander verquickt. Anders als bei Wulff starteten die Behörden ihre Ermittlungen auf eigene Initiative.


.Zuvor hatten Politiker von SPD und Grünen die Kanzlerin aufgefordert, sich zu Wulffs Kredit- und Medien-Affäre zu äußern. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil äußerte in der ARD die Erwartung, dass Merkel erkläre, ob Wulff den Ansprüchen, die sie selbst an das Amt des Bundespräsidenten habe, noch gerecht werde. „Schließlich war das ihr Kandidat.“ Ob die Einlassungen des Sprechers zur Beruhigung  der Debatte beitragen werden, ist allerdings fraglich.

Für Heil steht jedenfalls fest, Wulffs Art „im Staatsamt zu agieren, ist etwas, was politische Kultur mittlerweile beschädigt - weit über das Amt des Bundespräsidenten hinaus.“ Die Frage nach einem Rücktritt könne Wulff aber nur selbst beantworten.

Vor dem Abgang Merkels Umgang mit Wackelkandidaten

  • Vor dem Abgang: Merkels Umgang mit Wackelkandidaten
  • Vor dem Abgang: Merkels Umgang mit Wackelkandidaten
  • Vor dem Abgang: Merkels Umgang mit Wackelkandidaten
  • Vor dem Abgang: Merkels Umgang mit Wackelkandidaten

  • 08.01.2012, 03:53 UhrAnonymer Benutzer: stupid

    Zu…
    06.01.2012, 13:30 Uhr
    margrit117888
    Ich weiß gar nicht, wo vor ich mich mehr ekele…
    --------------------------------------------------------
    Sie liegen immer wieder so Goldrichtig.
    Da bin ich doch beeindruckt!

    Schön sie hier zu lesen…

    Lassen sie sich nicht immer wieder von den politischen Speichelleckern ablenken. Sie sollten nicht antworten. Es müßte ihnen doch klar sein, das die Wahrheit wie ein scharfes Schert ist!

    Lassen sie nicht nach!

  • 08.01.2012, 03:41 UhrAnonymer Benutzer: stupid

    Zu…

    06.01.2012, 13:38 Uhr
    margrit117888

    Das alles was derzeit abläuft, wird so lange gut gehen, bis der dumme dutsche Michl doch aufwacht und dann kracht es halt…
    -------------------------------------------------------
    Die Bundesländer wurden darauf vorbereitet.
    Die Breitschaftpolizei bekam neue Spezialfahrzeuge: Unimogs
    So gerüstet, um damit blitzschnell Straßensperren zu durchbrechen, und wegzuräumen!

  • 08.01.2012, 03:32 UhrAnonymer Benutzer: stupid

    Zu...

    06.01.2012, 13:20 Uhr
    margrit117888
    -----------------------------------
    Sie liegen GOLDRICHTIG!

  • Die aktuellen Top-Themen
Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

IWF-Chefin wird deutlich: Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hält den Druck auf Griechenland für angemessen. Ihr Ratschlag an die Griechen: „Sie sollten sich alle zusammen selber helfen, indem sie ihre Steuern zahlen.“

Afghanistan: Acht Zivilisten bei Nato-Angriff getötet

Acht Zivilisten bei Nato-Angriff getötet

Ein Nato-Angriff hat in Afghanistan offenbar eine ganze Familie ausgelöscht. Sechs Kinder und deren Eltern sind laut der Provinzregierung ums Leben gekommen. Am Vortrag gab es bereits tödliche Gefechte mit der Taliban.