Großer Koalition
Top-Manager geben Regierung gute Noten

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft bescheinigen der Großen Koalition eine positive Halbzeitbilanz. Nach einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts unter mehr als 800 Führungskräften im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. sind 78 Prozent der Top-Manager der Ansicht, dass die Regierung „weitgehend auf dem richtigen Weg“ ist.

HB DÜSSELDORF. So wohlwollend wie jetzt beurteilte die Wirtschaftselite das Regierungsbündnis von Union und SPD allerdings nicht während der gesamten bisherigen Amtszeit. Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre schwankte die Zufriedenheit der Manager stark: Ein Vierteljahr nach dem Start der Großen Koalition, im Februar 2006, sahen 86 Prozent das schwarz-rote Bündnis mit seinen im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben auf dem richtigen Weg. Ein Jahr später bescheinigte nur noch ein Drittel der Manager dem Kabinett Merkel, den richtigen Kurs eingeschlagen zu haben.

Nachdem die Top-Manager der neuen Regierung zu Beginn einen Antrittsbonus eingeräumt hatten, dürfte jetzt die Stärke des Wirtschaftsaufschwungs für Zufriedenheit in den Chefetagen sorgen. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte ist der Ansicht, die Politik habe die Konjunktur angekurbelt. 19 Prozent schreiben den Aufschwung der jetzigen Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel zu. 16 Prozent meinen, der Aufschwung sei dem rot-grünen Kabinett von Merkels Amtsvorgänger Gerhard Schröder zu verdanken. 22 Prozent der Befragten geben an, beide Regierungen hätten gleich viel zur Konjunkturbelebung beigetragen

Die größten Fortschritte hat die schwarz-rote Regierung aus Sicht der Manager in der Finanz- und Haushaltspolitik erzielt. Das meint mit knapp 80 Prozent eine breite Mehrheit der 800 befragten Führungskräfte. Ökonomen wie der Vorsitzende des Sachverständigenrats Bert Rürup gehen mit der Bundesregierung deutlich schärfer ins Gericht: Bislang sei die Haushaltskonsolidierung der durch die gute Konjunktur bedingten günstigen Einnahmeentwicklung und der satten Mehrwertsteuererhöhung geschuldet und „nicht starken ausgabeseitigen Sparanstrengungen“, sagte er dem Handelsblatt. Steinbrück müsse in Zeiten einer schwächeren wirtschaftlichen Dynamik Rückgrat beweisen und Ausgabewünsche abwehren. „Ich hoffe, er wird nicht schwach“, warnte Rürup.

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