„Großer Verlust für die CDU“

Koch tritt zurück – Bouffier soll Erbe antreten

Schwerer Schlag für die CDU: Der hessische Ministerpräsident Roland Koch zieht sich aus der Politik zurück. Schon im August will der Stellvertreter von CDU-Bundeschefin Angela Merkel sein Regierungsamt aufgeben. Sein Landesverband reagierte mit Bestürzung und sprach von einem großen Verlust. Ein Nachfolger steht offenbar auch schon fest.
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Der hessische Innenminister Volker Bouffier (li.) soll Koch beerben. Quelle: dpa

Der hessische Innenminister Volker Bouffier (li.) soll Koch beerben.

(Foto: dpa)

HB WIESBADEN. Er werde am 31. August sein Amt als Regierungschef aufgeben, sagte der 52-jährige Koch am Dienstag in Wiesbaden. Auch seine anderen politischen Ämter stelle er zur Verfügung: Beim Bundesparteitag der CDU im November werde er nicht mehr CDU-Vize kandidieren, sein Amt als Landesvorsitzender werde er am 12. Juni abgeben.

Zur Nachfolge machte Koch keine Angaben. Sie läuft nach dpa-Informationen auf den bisherigen hessischen Innenminister Volker Bouffier (CDU) als künftigen Regierungschef zu. Umweltministerin Silke Lautenschläger werde „dem nächsten Kabinett nicht mehr angehören“, sagte Koch.

Politik sei immer ein faszinierendes Element in seinem Leben gewesen. Aber: „Politik ist nicht mein Leben“, sagte Koch. „Ich habe mir diesen Zeitpunkt heute sehr genau ausgesucht.“ Sein Ziel, eine langfristig bürgerliche Mehrheit in Hessen zu erhalten, habe er erreicht. Gesundheitliche Gründe hätten keine Rolle bei der Entscheidung gespielt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Rückzug „mit Respekt, aber auch großem Bedauern“ zur Kenntnis genommen. „Roland Koch war mir immer ein guter, freundschaftlicher Ratgeber“, erklärte die CDU-Vorsitzende in einer Stellungnahme, die am Dienstag über die CDU-Zentrale in Berlin verbreitet wurde. Merkel befindet sich zurzeit auf einer Reise durch die Golfstaaten. „Wir werden auch in Zukunft fest auf seinen Rat bauen“, sagte Merkel. Sie freue sich „auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit in den kommenden Monaten.“

"Das ist ein großer Verlust für die CDU, das Land Hessen und den Bund", kommentierte der Vorsitzende der hessischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Michael Meister, Kochs Entscheidung bei "Spiegel Online". Meister bezeichnete Koch als "großen Politiker mit für die Politik ungewöhnlich klaren Positionierungen". Seine Entscheidung müsse man respektieren.

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24 Kommentare zu "„Großer Verlust für die CDU“: Koch tritt zurück – Bouffier soll Erbe antreten"

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  • Seit Kohl weg ist und die Spenden-Konservativen von Merkel unter Androhung von Kosnequenzen mundtot gemacht wurden, kultviert die Union in ihren Führungsetagen die Mittelmäßigkeit, sowohl in bezug auf Emotion wie Motivation und wohl auch im puncto staatsmännerischer intelligenz. in Anbetracht der Tatsache, dass auch bei den Sozialdemokraten schnöde Einfarbigkeit herrscht und medial interessante Personen ausgeschieden sind, muss man wohl zu der Überzeugung gelangen, dass dies letztlich der Demokratie schadet, weil es allen am Allerwertesten vorbeigeht, weshalb der Pöbel (der mehrheitlich zentral wählt, also SPD und CDU/CSU, ohne zu sagen, dass das die Mehrheit der Wähler dieser Parteien ausmacht) nicht zu Wahl erscheint. Die Erosion der Volksparteien an den Rändern wäre nicht so deutlich, wenn die bürger gewissenhaft zur Wahl gehen würden (und sich davor informierten, was sie wählen). Tatsächlich ist die Wahldisziplin der eigentliche Grund, weshalb im Fünfparteiensystem keine gewünschten Mehrheiten mehr zu Stande kommen. Ein anderer Grund ist, dass sich die FDP und Vorschieben fadenschneidiger Gründe dem Dialog mit der SPD und den Grünen entzieht. Dies ist in einer demokratischen Gesellschaft kein nachvollziehbares Verhalten udn schadet ebenfalls der Demokratie, ujnd zwar insbesondere, da die FDP wie auch Roland Koch sich dem Populismus bedient (lieber Herr Westerwelle, bitte geben sie doch ein ausführliches interview udn erklären sie uns mal, was Sozialisten und Kommunisten sind und warum ich die nicht wählen darf und warum sie deshalb nicht mit der SPD deshalb reden können. Steht die ebenfalls nicht auf dem boden der VErfassung? Lieber Herr Westerwelle, Sie sind schlimmer und pingeliger als meine pingelige Tante und das ist ebenfalls unsympathisch! Sie haben Deutschland schon mal eine große Koalition aufgezwungen und tun dies schon wieder in NRW (bzw. erzwingen eine teure Neuwahl, für die ich als Steuerzahler bezahlen muss), indem sie ihren Job als Politiker nicht machen (nämlich diskutieren und KOMPROMiSSE finden)sondern stattdessen sich auf Lobbyarbeit konzentrieren.

    Daher--> Führungswechsel bei Union und FDP JETZT.

  • Vom innenminister bouffier, der bis heute nicht begriffen hat, daß das rote Nordhessen auch zu seinem Ministerium gehört und sich als rechtsfreier Raum darstellt, erwarte ich eigentlich nichts. Wer hier investiert, verliert nicht nur Geld, sondern auch den Glauben an die Menschheit.

  • Guten Tag;.... er gehe in Frieden! besten Dank

  • @ MS

    Ja, das Worst-Case-Szenario läuft ja schon. Hier und da dämmert einem Hinterbänkler schon, warum alles so eilig war:

    Weber kriegt von den Südeuropäern als Dankeschön für seine bravouröse Täuschung den EZb-Chefsessel.
    Sanio ist als Vollidiot längst geoutet. Erst heute hat z.b. Hilmar Kopper wieder ausgeführt, wie gravierend er versagt hat mit seiner bAFin.

    Und dann dieses barroso interview: Ein Genuss, wie der Merkels Wünsche nach einem scharfen Stabilitätspakt als "naiv" bezeichnet! Recht hat er! Europa lacht sich kringelig über unsere Clowns! Was sollte noch schlimmer werden....?

    Der Worst-Case läuft. Merkel wird das Pedant zu Kohl. Kohl am meisten unterschätzt. Merkel am meisten überschätzt.

    im Übrigen halte ich nicht für ausgeschlossen, dass eine neue Partei entstehen könnte .....!

  • Mit Koch an der Spitze wäre das Rettungspakets-Desaster so nicht geschehen, da er die Wirtschaft und die Haushalte versteht.

    in Hessen weis man, was er bewegt hat. Die Republik wirds sich noch sehnen, nach Politikern mit seinem Scharfsinn und seinen Fähigkeiten. Abder derzeit zählt ja nur: Verprassen, Kuschekurs mit Allem und Jedermann, Sozialdemokratisierung der gesamten Gesellschaft. Dümmliche Wähler wählen so. Deshalb sind die (heuchlerischen) Wulfs, die (verbogenen) Rüttgers, die (spendablen) Seehofers, die netten Kuschelbären (beck) oder die Mausgrauen (Meck-Pom, Thüringen, brandenburg, berlin) ja an der Macht.

    in der Tat: Einer wie Koch sieht, wohin diese Politik führt. Auch deshalb dürfte er aufgegeben haben. Merz hat es vorgemacht, was gute Leute verdienen können, ohne sich vom Prekariat anpöbeln lassen zu müssen.

    Schade. ich hätte mehr Einfluss von Koch erhofft. Wer Euros hat, setzt jetzt noch mehr auf dessen baisse. Wer Arbeit hat, sollte sich noch mehr mit Arbeitslosigkeit befassen. Wer Hartz iV kriegt, sollte sich mit der künftigen Kaufkraft befassen. Wir werden alle Verlierer sein. Zugegeben, wer schon heute ein Habenichts ist, wird am Wenigsten verlieren. Gewinner gibt es nicht! Allenfalls Koch persönlich!

  • Hallo,

    der Rücktritt, der mitten in der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg kommt, mag für Koch wohlüberlegt sein - hat aber auch etwas von "Feigheit vor dem Feind".
    Wie dem auch sei: ich halte nichts von Kochs Lösung, ausgerechnet an der bildung zu sparen, denn wenn unsere Gesellschaft überhaupt eine Zukunft hat, dann dort!
    Tatsächlich scheint Koch aber die deutsche Gesellschaft aufgegeben zu haben. Die schwarzgelbe Politik ist eine Mängelverwaltungspolitik ohne Ziel und ohne Perspektive. Der gelbe "Wunschpartner" hat sich als Windei entpuppt. Wer angesichts der horrenden Probleme nur sein Steuersenkungsmantra rezitiert, ist als gestaltende politische Kraft nicht mehr glaubwürdig.
    Dazu kommt, dass die Volkswirtschaft - besonders der Finanzsektor - sich in der Krise ohne staatliche Hilfe als nicht überlebensfähig erwiesen hat. Damit ist das schhwarzgelbe Weltbild, dass nur Privatisierung und Deregulierung kennt, völlig überfordert.
    Welche Antworten hat denn die bundesregierung auf a) die Finanzkrise, b) Die Afghanistankrise und c) die Krise der überalterten bevölkerung?
    Wir wurschteln uns durch und hoffen, dass am Ende noch genug von uns übrig bleiben, damit wir nochmal von vorne anfangen können.
    Da mag man es Koch nicht verübeln, dass er das sinkende Schiff verlässt, wenn....ja, wenn er es nicht selber mit zum sinken gebracht hätte.
    Grüße
    GHartmann

  • Der brutalst mögliche Aufklärer geht aller Wahrscheinlichkeit nach in die Wirtschaft. Dann können sich die ganzen Helden von der Union mal an die eigene Nase fassen und nicht nur immer mit ihrem stinkigen Finger auf letzten richtigen Kanzler zeigen. ihr könnt ja froh sein, dass die Lügen vom Koch nicht in einer badewanne endeten *fg

  • Alles Heuchler die von einem großen Verlust sprechen

  • Mit Koch verläßt ein weiterer für Hessen, Deutschland und Europa wichtiger Realpolitiker die Politik. Mehr und mehr dominieren Laienschauspieler bis in die politischen Spitzenämtern Deutschlands. Die ehemalien Volksparteien sind offensichtlich unfähig, brauchbare Menschen für die Politik heranzuziehen.

  • bin kein Hartz4 Tv-Gucker und bild lese ich nie, habe mich aber trotzdem riesig gefreut, dass der "brutalstmögliche" Provokateur das Feld räumt; und mit dem peronifizierten "Glimmstengel" bouffier werden die Roten bestimmt auch noch fertig

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