Großflughäfen in NRW Hunderte Flüge fallen wegen Streiks aus

Ein ganztätiger Streik lähmt am Freitag den Verkehr an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn. Fluggastkontrolleure legten am frühen Morgen die Arbeit nieder. Mit erheblichen Folgen: Hunderte Flüge wurden gestrichen.
Update: 15.03.2013 - 07:15 Uhr 9 Kommentare
Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Flughafen Köln/Bonn. Quelle: dpa

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Flughafen Köln/Bonn.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWegen eines Streiks des Sicherheitspersonals kommt es an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn erneut zu Ausfällen und Verspätungen. „An beiden Airports haben insgesamt rund 250 Fluggastkontrolleure um 4 Uhr morgens die Arbeit niedergelegt“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Der Streik werde voraussichtlich bis Mitternacht dauern. Die Passagiere müssen sich auf entsprechende Behinderungen einstellen.

Der Flugbetrieb in Düsseldorf war bereits am Morgen stark beeinträchtigt, wie der Flughafen mitteilte. Von ursprünglich 609 Flügen seien 228 gestrichen worden, davon 183 Abflüge und 45 Landungen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden bis zum Morgen 78 Flüge annulliert.

Beide Airports baten die Fluggäste, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter über den Flugstatus zu informieren. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere möglichst auf Handgepäck verzichten.

Hintergrund des Arbeitskampfes sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen. Mit dem erneuten Ausstand will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem deutliche Verbesserungen für untere Lohngruppen. Die Branche hat in NRW 34 000 Beschäftigte, davon 2000 an Flughäfen. Eine neue Verhandlungsrunde ist am kommenden Montag geplant.

Diese deutschen Flughäfen schrumpfen oder wachsen
Neues Terminal auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden
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Aufsteiger 1: Karlsruhe/Baden-Baden

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden hat 2012 in Deutschland prozentual die meisten Passagiere hinzugewonnen. 15,4 Prozent Fluggäste mehr zählte der nahe Rheinmünster-Söllingen gelegene Baden-Airport. Insgesamt kam der Flughafen auf 1,28 Millionen Passagiere. Auf dem Baden-Airport werden auch immer mehr Fluggäste für außereuropäische Verbindungen abgefertigt.

Quelle: Flughafen-Verband ADV

Flughafen Leipzig/Halle - Eröffnung Landebahn Süd
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Aufsteiger 2: Leipzig/Halle

Segen für die Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle (Archivbild): Im Jahr 2012 hat der Airport seine Passagierzahl um 13,9 Prozent gesteigert. Damit schafft es Leipzig/Halle über die Zwei-Millionen-Marke. 2,09 Millionen Fluggäste landeten oder hoben dort ab. Der Flughafen ist vor allem als Drehkreuz für das Logistikunternehmen DHL bekannt.

Flughafen Tegel
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Aufsteiger 3: Berlin-Tegel

Eigentlich sollte der Flughafen Berlin-Tegel in 2012 geschlossen werden. Stattdessen setzte er zu neuen Höhenflügen an: Das Passagierplus betrug 7,4 Prozent, 18,15 Millionen Fluggäste konnte der Airport begrüßen. Grund war der mehrfach verschobene Start des neuen Hauptstadtflughafens. Das größte Wachstum verzeichnete Tegel bei Interkontinental-Flügen.

Borussia Dortmund - Trainingslager in Murcia
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Aufsteiger 4: Dortmund

Nicht nur BVB-Trainer Jürgen Klopp fliegt ab Dortmund: Der Flughafen im Ruhrgebiet verzeichnete 2012 ein Passagierplus von 4,6 Prozent. 1,9 Millionen Fluggäste hatte der Airport.

Fliegen wird immer sicherer
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Aufsteiger 5: Düsseldorf

Düsseldorf ist nicht nur einer der größten deutschen Flughäfen, sondern auch einer der am stärksten wachsenden. 2,4 Prozent betrug der Zuwachs bei den Passagieren in 2012. Insgesamt wurden 20,81 Millionen Fluggäste abgefertigt. Interkontinental-Flüge waren mit einem Plus von 11,4 Prozent der Wachstumstreiber des Flughafens in Nordrhein-Westfalen.

huGO-BildID: 10105610 ** ARCHIV ** Eine Flugzeug verlaesst am 28. Juli 2004 den Flughafen Frankfurt und hebt ueber der Skyline von Frankfurt ab. Jede
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Aufsteiger 6: Frankfurt

Der mit Abstand größte Flughafen der Republik wächst weiter. Mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent lag Frankfurt über dem durchschnittlichen Wachstum von 1,1 Prozent. 57,27 Millionen Passagiere flogen ab, nach oder über den Frankfurter Airport, der nur im innerdeutschen Flugverkehr Einbußen hinnehmen musste.

Take-off für die Lufthansa Trachten-Crew in München
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Aufsteiger 7: München

In Trachten präsentiert sich eine Crew der Lufthansa am Münchener Flughafen: In 2012 legte der Flughafen Franz-Josef-Strauß bei den Passagieren um 1,5 Prozent zu. Am zweitgrößten deutschen Airport wurden 38,22 Millionen Fluggäste abgefertigt.

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9 Kommentare zu "Großflughäfen in NRW: Hunderte Flüge fallen wegen Streiks aus"

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  • Diese Wochenendeverlängerungsstreiks sind faktisch Geiselnahme und Nötigung von Fluggästen für eigene völlig überspannte Forderungen.

    Wo ist denn die Grenze zwischen dem Streikrecht lt. GG und strafrechtsrelevantem Fehlverhalten?

    Die Vollpfosten von Verdi sollten wegen ihrer Rädelsführerschaft zum Regress gebeten werden!
    Die Mitläuferschaft verdient unser Mitleid...und die Aussperrung.

  • Und wer beschließt, das dieser Satz zu streichen wäre? Sie etwa?? Das haben schon ganz andere versucht und sind kläglich - im wahrsten Sinne des Wortes - gescheitert.

  • Wieder mal ein Kommentator, der nicht richtig lesen kann: "...sollte...behandelt werden können."
    Kann im Moment leider nicht, wie Sie überflüssigerweise anmerken.
    Dementsprechend wäre Art. 9 (3) Satz drei zu streichen.

  • Wieder mal ein Kommentator, der nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

    Art. 9 (3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.

  • Streik ist Vertragsbruch und Erpressung und sollte wie jede andere Arbeitsverweigerung behandelt werden können.

  • Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld viele Menschen, die wirkliche Knochenjobs für weniger als 10 € die Stunde erledigen müssen. In vielen Supermärkten arbeiten gerade einmal 2 Frauen, die kassieren, Ware einräumen u.s.w. machen müssen, und das für einen Dreckslohn.

    Ich habe nicht das geringste Verständnis für die Erpressung (Streik kann man das nicht nennen) dieser Berufsgruppe, deren Bezahlung schon jetzt überbezahlt ist.

    Es gab mal Zeiten, da bin ich wirklich gerne geflogen. Heute kotzt mich das ganze Drumherum sowas von an, dass ich das Flugzeug als Verkehrsmittel unter allen Umständen versuche, zu vermeiden.

  • Koerperscanner funktionieren, entgegen allen Behauptungen, einwandfrei und benoetigen vielleicht ein Drittel des Personals, dann kann man die Streikenden, die sich ohnehin staendig waehrend der "Leibesvisitationen" in fremden Sprachen unterhalten und sich dabei gegenseitig von der Arbeit abhalten, in Ihre Herkunftslaender abschieben ! Ein Sicherheitsrisiko weniger !

  • Unsereins begriff bei einem Vor-Der-Kamera Gespräch im MoMa die Argumentation eines Medizin-Studenten nicht. Sinngemäß: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich als Arzt einfach die Patienten liegen lasse ..."

    Was bitte hat ein legaler und legalisierter Streik zur finanziellen Existenzsicherung (Inflation, Preise, monatliche Fixkosten) von malochenden Menschen und deren Familien (Fliegen ist für viele Menschen Luxus!) mit kranken Menschen, die operiert werden müssen, um gesund werden zu können, zu tun?

  • Es ist nicht einzusehen, dass eine kleine Gruppe von Gewerkschaftsmitgliedern, ein solches Kaos auslösen kann und darf.
    Ich persönlich bin nicht gegen Streik, aber bei wichtigen Unternehmen, wie bei Flughäfen, Bahn und Busse, muss ab sofort ein Notdienst eingerichtet werden. Es kann und darf nicht sein, dass der Kunde als Geisel genommen wird.

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