Gründungsparteitag in Magdeburg
Gysi ruft Linke zu Neuanfang auf

Die Linke hat seit Freitag auch einen Landesverband in Sachsen-Anhalt. Auf dem Gründungsparteitag in Magdeburg hat der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, seine Partei zu einem gründlichen Neuanfang aufgerufen und den Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine gegen Kritiken aus den eigenen Reihen verteidigt.

HB MAGDEBURG. Lafontaine sei die Symbolfigur der Linksparte in den alten Bundesländern, deshalb müsse man mit ihm solidarisch sein, auch wenn man mal mit einem Satz nicht so zufrieden sei, sagte Gysi am Freitag auf dem Gründungsparteitag der Linken in Sachsen-Anhalt. Im Übrigen spitze Lafontaine auch deshalb zu, weil sich die Verhältnisse zugespitzt hätten.

Erstmals seit 1949 gebe es in der Bundesrepublik das Bedürfnis, eine Kraft links neben der SPD zu wählen. „Jetzt scheint es dauerhaft ein 5-Parteien-System zu geben“, sagte Gysi. Seine Genossen rief er auf, das Schubladen-Denken abzulegen. „Wir alle sind jetzt demokratische Sozialisten“, erklärte er.

Auf dem Gründungsparteitag wurde die Satzung am Abend ohne Gegenstimmen und bei fünf Enthaltungen beschlossen, was als formaler Akt der Parteigründung gilt. Der Vorsitzende sollte erst am Samstag gewählt werden. Einziger Kandidat ist Matthias Höhn, der 2005 bereits zum PDS-Landesvorsitzenden gewählt worden war. Die Partei in dem Bundesland hat rund 6 320 Mitglieder, rund 120 davon kommen aus der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), 6 200 aus der PDS.

Die PDS war von 1994 bis 2002 im sogenannten Magdeburger Modell Tolerierungspartner der SPD-Minderheitsregierung. Seit der Landtagswahl im März vergangenen Jahres verfügt sie über 26 der 97 Parlamentssitze und ist damit zweitstärkste Kraft im Land, das von einer CDU/SPD-Regierung geführt wird.

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