Grüne als "soziales Gewissen"
Göring-Eckardt liebäugelt mit Jamaika-Koalition

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen sieht die Rolle ihrer Partei in einer möglichen Jamaika-Koalition recht positiv.

HB FRANKFURT/MAIN. Schließlich könnten die Grünen in einem Bündnis mit Union und FDP die Rolle des „sozialen Gewissens“ einnehmen, argumentierte sie im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe). „Diese Rolle ist bei uns für viele zu Recht attraktiv“, fügte Göring-Eckardt hinzu.

Strategisch sieht die Bundestagsabgeordnete ihre Partei in einer günstigen Position: „Die Ablösung der großen Koalition geht nur mit den Grünen und einer weiteren Partei. Für uns eigentlich recht komfortabel“, wird sie zitiert.

Inhaltlich sieht Göring-Eckardt im Verhältnis zur FDP Gemeinsamkeiten wie Gegensätze. „Bei einigen Themen gibt es Überschneidungen, etwa bei den Bürgerrechten. Und unter den Jüngeren in der FDP gibt es ganz Vernünftige, die nicht einfach dem Westerwelle-Kurs hinterher laufen.“ Jedoch forderte sie von den Freien Demokraten, sich ähnlich wie früher die Grünen von ihren „Fundamentalisten“ zu trennen. „Die letzten Wahlen haben gezeigt, dass mit reinem Marktradikalismus nichts zu gewinnen ist“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin.

Mit den Privatisierungsvorstellungen der FDP in der Gesundheitspolitik könnten die Grünen als soziale Partei nichts anfangen. „Für mehr Wettbewerb sind wir allerdings. Das würde dann aber auch für der FDP liebstes Kind, die Apotheken, gelten,“ sagte Göring-Eckardt weiter. Nach dem ZDF-Politbarometer vom Freitag stieße eine Jamaika-Koalition oder „schwarze Ampel“ allerdings in der Bevölkerung auf wenig Zustimmung: Eine solche Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen fänden lediglich 28 Prozent gut, aber 48 Prozent der Befragten schlecht.

Eine Koalition mit der Linkspartei/PDS hält Göring-Eckardt hingegen nicht für möglich. Sie sagte: „Ich kann mir hingegen nicht vorstellen, dass man mit der Lafontaine-Truppe etwas anfangen kann. Dafür legen wir Grünen zu viel Wert auf Freiheit und Selbstbestimmung.

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