Grüne fordern Einschränkung
Keine Energydrinks für Jugendliche?

Sie wollen Jugendlichen Energydrinks verbieten, es aber nicht Verbot nennen: Deshalb fordern die Grünen und einzelne SPDler eine Altersbeschränkung. Hersteller geben zu, die Drinks seien „im Übermaß nicht zu empfehlen“.
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DüsseldorfLange waren Energy Drinks eine Rarität und schmeckten nur nach Gummibärchen. Mittlerweile ist die Auswahl riesig mit Sorten wie Cranberry, Mango-Orange-Passionsfrucht oder saure blaue Himbeere. Für Figurbewusste stehen zuckerfreie Alternativen im Regal.

Die bunten und sehr süßen Getränke richten sich vorwiegend an junge männliche Erwachsene. Die Hersteller stecken Unsummen ins Marketing: Branchenprimus Red Bull fördert Extremsportler, Rockstar Energy das Festival Rock am Ring, Monster Energy präsentiert Actionsportler.

Nur sind die Getränke durchaus umstritten. Sie verleihen nicht nur Flügel, sondern lassen auch das Herz rasen. Denn mit 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter haben Energy Drinks einen hohen Koffeingehalt. Zwar haben Kaffee (80 Milligramm) oder Espresso (110 Milligramm) deutlich mehr, werden von Kindern und Jugendlichen aber kaum getrunken. Alfonso Lampen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist zudem auf die Mischung von Koffein, Zucker und dem Zusatzstoff Taurin. Dessen angeblich leistungssteigernder Effekt ist zwar nicht nachgewiesen.

Bei Vorerkrankungen oder zusammen mit Medikamenten kann es jedoch gefährlich werden. Lampen zählt Zittern, Angstzustände oder Nervosität auf, dazu steigender Puls und Blutdruck. Es sind Fälle bekannt, bei denen Herzrhythmusstörungen aufgetreten sind und es zu Todesfällen kam. Inwieweit ein kausaler Zusammenhang zu den Energy Drinks besteht, ist aber noch unklar.

Lampen betont, dass ein gelegentlicher und verantwortungsbewusster Konsum unproblematisch sei. Risiken treten bei Menschen auf, die am Tag ein bis fünf Liter trinken. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA nennt als Grenzwert drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht – ein Jugendlicher, der 54 Kilo wiegt, sollte also nicht mehr als einen halben Liter trinken. Die Studie ergab, dass 60 Prozent der 2013 befragten Jugendlichen zu den Dosen greifen, neun Prozent davon vier- bis fünfmal pro Woche.

Das Thema hat nun auch die deutsche Politik erreicht. Die Grünen-Fraktion wollte in einer Kleinen Anfrage wissen, ob die Bundesregierung etwas gegen die schädlichen Getränke unternehmen wolle. Die Antwort liegt dem Handelsblatt vor.

Weil Energy Drinks „so gut wie keine statistische Bedeutung für die tägliche Koffeinaufnahme“ von Kindern und Jugendlichen hätten, wird die Bundesregierung „vorrangig Maßnahmen zur Aufklärung“ prüfen. Lediglich 0,9 Prozent des Koffeins nehmen Jugendliche laut einer EFSA-Studie über Energy Drinks auf, der Rest kommt über Schokolade, Tee und Cola.

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„Verbot verstößt gegen EU-Gleichheitsgrundsatz“

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  • Oups die grüne Verbieteritis geht wieder um.
    Es ist zwar durchaus dubios, welche Mengen von Flüssigmüll sich gerade Jugendliche mit diesen "Energy"-Drinks so einfüllen.
    Aber wenn die GrünInnen wieder mal was verbieten wollen, kann das Verbot nur falsch sein. So lehrt es die Erfahrung.

  • Wie wäre es mit Rauschgift in Energydrinks, damit könnten die Grünen doch leben.

  • Ach, die GrünInnen wollen mal wieder was verbieten, was sie nicht mögen. Dafür Rauschgift erlauben, denn das mögen sie, z.B. der Herr Özdemir. Oder Inzest, das mögen sie auch, z.B. der Herr Kuhn, oder der Herr Ströbele. Ja, die Grünen sind schon toll.

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