Grüne
Künast und Trittin führen Grüne in den Wahlkampf

Renate Künast und Jürgen Trittin führen die Grünen als Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl 2009. In ihrer gemeinsamen Wahl beim Bundesparteitag in Erfurt bekamen die Fraktionsvorsitzende und ihr Stellvertreter am Sonntag ein klares Votum der Delegierten.

HB ERFURT. Der Parteitag stimmte am Sonntag mit 92 Prozent für die Fraktionschefin und den Fraktionsvize. Beide forderten die Partei auf, sich mit Geschlossenheit und Selbstbewusstsein der Wahl zu stellen. Als bestimmende Themen hoben sie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Freiheit hervor.

„Wir müssen die Weichen in diesem Land wieder auf eine grüne Zukunft stellen“, sagte die ehemalige Verbraucherministerin Künast und fügte hinzu: „Die Botschaft von Erfurt muss sein: Die Grünen packen es an.“ Trittin sprach von einem Wahlkampf „mitten in der Zeitenwende“, die geprägt sei von der Klima-, der Finanzmarkt- und der Hungerkrise. Der ehemalige Umweltminister bescheinigte alle anderen Bundestagsparteien im Hinblick auf die Bewältigung dieser Krisen: „Die können es nicht.“ Nur starke Grüne seien eine Garantie für Klimaschutz, Gerechtigkeit und Freiheit.

Trittin attestierte seiner Mitstreiterin, dass sie eine erfahrene Krisenmanagerin sei, die „grün handelt und grün durchsetzt“. Als Landwirtschaftsministerin habe sie beispielsweise gegen die Agrarlobby die Agrarwende durchgesetzt. Künast lobte ihrerseits an Trittin, dass er „echt Nerven hat“: „Jürgen ist ein Kämpfer.“

Erstmals wurden Grüne-Spitzenkandidaten mit dem förmlichen Votum eines Parteitags ausgestattet. 2002 und 2005 hatte die Partei Außenminister Joschka Fischer als Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt, allerdings ohne geheime Abstimmung.

Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn bezeichnete unterdessen sein Scheitern bei der Wahl des neuen Parteirats in Erfurt als „schmerzliche Niederlage“. Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bekräftigte er aber, dass er gleichwohl seine Arbeit an der Spitze der Bundestagsfraktion fortsetzen werde.

Kuhn war am Samstagabend auf dem Bundesparteitag mit sechs Stimmen Unterschied zum Nächstplatzierten nur auf Platz 8 bei sieben zu wählenden männlichen Mitgliedern des Parteirats gelandet.

„Es ist natürlich eine Schwächung. Aber ich habe weiter das Vertrauen meiner Fraktion und werde meine Aufgabe dort weiter wahrnehmen“, wird Kuhn zitiert. Es gehöre für ihn dazu, dass man Niederlagen akzeptieren müsse. „Man kann gewinnen, man kann verlieren“, fügte der Grünen-Fraktionschef hinzu.

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