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29.02.2008 
Hamburger Bügerschaftswahl

Grüne umarmen den Erzfeind

von Barbara Gillmann

Mit überraschend großer Mehrheit hat die Grüne Alternative Liste (GAL) in Hamburg Koalitionsgesprächen mit der CDU zugestimmt. Doch die Entscheidung ist trotzdem kein Konsens. Auf der Landesdelegiertenkonferenz wurde bis zum Schluss hart verhandelt. Insbesondere die grüne Basis hat noch Bauchschmerzen bei der Annäherung.

"Viele haben die Schnauze voll von ritualisierter Politik". Mit harschen Worten sprach sich die Hamburger Bundestagsabgeordnete Krista Sager für Koalitionsgespräche mit der CDU aus. Foto: dpaLupe

"Viele haben die Schnauze voll von ritualisierter Politik". Mit harschen Worten sprach sich die Hamburger Bundestagsabgeordnete Krista Sager für Koalitionsgespräche mit der CDU aus. Foto: dpa

HAMBURG. Kurz vor halb neun hat die Harmonie in der heimeligen Aula der Max-Brauer-Schule in Hamburg-Altona ein Ende: „Wenn wir Sondierungsgespräche mit der CDU führen, dann entschuldige ich mich bei allen Wählern, mit denen ich geredet habe“, droht die kleine Frau mit dem grauen Dutt. „Dann gibt es in Hamburg nur noch eine Partei links von der SPD: die Linke, und eine zweite, eine grün gestrichene FDP“, setzt Ulrike Brandmeier dazu, „schade“.

Bis dahin hat es auf der Landesdelegiertenversammlung der Hamburger Grünen so ausgesehen, als ob Sondierungsgespräche mit dem langjährigen Erzfeind, mit dem CDU-Bürgermeister Ole von Beust, nur folgerichtig seien. Als ob die Grün-Alternative-Liste, wie die Grünen in der Hansestadt heißen, nicht gerade dabei wäre, eine neue Epoche für die Grünen einzuleiten. Als ob sie nicht stellvertretend für die Partei in der ganzen Republik das Experiment schwarz-grün zumindest antesten will.

Erfolgreich haben die Spitzenfrauen die Emotionen klein gehalten, den sachlichen Grundton angeschlagen. Spitzenkandidatin Christa Goetsch weiß, wie es die „grüne Seele“ schmerzt, „mit denen zu reden, die mal mit Schill an die Macht gekommen sind“. Doch sie will sich nicht vorwerfen lassen, es „nicht wenigstens versucht zu haben“ –„dann können wir immer noch erhobenen Hauptes in die Opposition gehen“. Die Landesvorsitzende Anja Hajduk bekennt das „komische Gefühl“, nach rot-grünem Wahlkampf jetzt mit den Schwarzen zu reden.

Aber: „Wenn wir uns nicht stellen, hätte das was von Wegducken, von Schwäche, und dafür haben wir keinen Anlass“, ermutigt die Haushaltspolitikerin aus dem Bundestag die gut 250 Delegierten im Saal.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Es geht um die Moral der Partei

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