Grüne und der Daimler-Chef

„Was wir nicht brauchen, ist eine Zetsche-Show“

Einen Monat vor ihrem Bundesparteitag streiten die Grünen über ihren prominenten Gastredner: Dieter Zetsche. Kann ausgerechnet der Daimler-Chef einer ihrer Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel werden?
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Bislang sieht die Ökobilanz von Daimler durchwachsen aus. Quelle: dpa
Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Pariser Autoshow 2016: Wann kommen die E-Mobile?

Bislang sieht die Ökobilanz von Daimler durchwachsen aus.

(Foto: dpa)

BerlinWie viel Annäherung an die Wirtschaft ist erlaubt? Wie viel Austausch ist angemessen? Obwohl die Grünen bereits 2015 auf ihrem Parteitag in Halle die große Freundschaftsoffensive in Richtung Wirtschaft eingeschlagen hatten, dreht sich die Debatte vor ihrem Bundesparteitag im November in Münster abermals um das Verhältnis der Grünen zur Wirtschaft.

Der Grund: Die Einladung von Daimler-Chef Dieter Zetsche durch Parteichef Cem Özdemir, auf dem Parteitag über Klima- und Verkehrspolitik zu sprechen. Das schlägt hohe Wellen bei der Ökopartei. Seit dem Wochenende liefern sich Gegner und Befürworter des Zetsche-Besuchs einen verbalen Schlagabtausch.

„Nix gegen offene Debatte“, twitterte Europa-Politiker Martin Häusling. Aber: „Was wir nicht brauchen, ist eine Zetsche-Show.“ Wenn Zetsche auf dem Parteitag erkläre, warum Daimler-Pkw erheblich Abgaswerte überschreiten und wie er das ändern will, hätte sich die Einladung gelohnt“, argumentiert dagegen Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. „Ganz ehrlich Leute“, meint die Landesvorsitzende der Bayerischen Grünen, Sigi Hagl, wie solle die Verkehrswende „denn ohne die Großen“ geschafft werden?

Wende-Aktivistin, Erzieher oder Biologe?
Gilt als gesetzt: Katrin Göring-Eckardt
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Es war eine Überraschung, dass die heute 50-Jährige sich vor vier Jahren als Spitzenkandidatin durchsetzte – immerhin gegen Grünen-Promis wie Claudia Roth und Renate Künast. Nach der Bundestagswahl wurde sie zum zweiten Mal Fraktionsvorsitzende, den Job hatte sie schon von 2002 bis 2005. Im Bundestag sitzt sie seit 1998, nach dem Gang in die Opposition 2005 wurde sie Vizepräsidentin des Parlaments.

Einzige weibliche Kandidatin für das Spitzenduo
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Göring-Eckardt kommt aus Thüringen und war im Wendejahr 1989 an der Gründung der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ beteiligt, die im Bündnis 90 aufging. Ihr Theologiestudium schloss sie nicht ab, ist aber in der evangelischen Kirche aktiv. Die zweifache Mutter gehört zum Realo-Flügel und spricht auch bürgerliche Wähler an. Sie wirkt eher leise und zurückhaltend, kann aber bei Bedarf scharf angreifen.

Erdogan-Kritiker Cem Özdemir
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Die Eltern des Schwaben kamen in den 60er Jahren als türkische Gastarbeiter nach Deutschland. Gern erzählt er von seinem Aufwachsen zwischen zwei Kulturen in Bad Urach und von seiner Ausbildung als Erzieher. Integration ist eines der wichtigsten Themen des Realpolitikers. Zuletzt setzte er sich stark für die Armenien-Resolution des Bundestags ein und war als scharfer Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein gefragter Interviewpartner.

Erster Bundestagsabgeordneter türkischer Herkunft
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Bei den Grünen ist der 50-Jährige seit 1981. Er wurde 1994 als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Bundestag gewählt. Von 2004 bis 2009 war Özdemir Abgeordneter des Europäischen Parlaments, 2008 wurde er Bundesvorsitzender der Partei. Der studierte Sozialpädagoge hat zwei Kinder.

Bekannt für seine scharfen Angriffe
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Der Biologe Anton Hofreiter hat über die Artenvielfalt in den südamerikanischen Anden promoviert und punktet mit Sachverstand etwa bei Agrar- und Verkehrsthemen. Seine scharfen Angriffe auf die Bundesregierung bringt der gebürtige Münchener stets mit deutlich hörbarem bayerischen Einschlag vor. Ökologie ist für den 46-Jährigen ein Markenkern der Grünen, seit seiner Jugend ist er im Naturschutz aktiv und seit 30 Jahren bei den Grünen.

Inzwischen geübt am Mikrofon
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Toni Hofreiter, wie er sich selbst nennt, zog 2005 in den Bundestag ein. Nach der Bundestagswahl 2013 folgte der Parteilinke Jürgen Trittin als Fraktionschef nach. Kommentare über sein langes blondes Haar nimmt er inzwischen gelassen, so nervös wie noch vor ein paar Jahren wirkt er am Mikrofon längst nicht mehr.

Weniger bekannt als seine Konkurrenten
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Bundesweit ist der Landesminister Robert Habeck der Kandidat mit dem geringsten Bekanntheitsgrad. Dagegen steuert der in Lübeck geborene vierfache Vater unter anderem mit einem Buch an: In „Wer wagt, beginnt“ erklärt er, wie er die Grünen zu einer Orientierungspartei machen will, die Wähler über die Stammklientel hinaus anspricht. Grüne Themen, zeigt der Realo sich überzeugt, seien mehrheitsfähig.

Die Grünen fordern, von 2030 an keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr neu zuzulassen. Das sei die logische Konsequenz aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, sagt Robert Habeck, Vize-Regierungschef in Schleswig-Holstein und Anwärter für die Grünen-Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017, dem Handelsblatt. Den Autobauern könne er nur „empfehlen, die Zeichen der Zeit zu erkennen“. CDU und SPD hätten ja im Übrigen im Bundesrat schon dafür votiert, dass spätestens ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos zugelassen würden - und zwar EU-weit. In der Tat hatte die Länderkammer am 23. September einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die EU-Kommission wurde aufgefordert, sich über ein gemeinsames Steuer- und Abgabensystem Gedanken zu machen. „Der notwendige Umstieg auf Elektromobilität klappt nur mit der Wirtschaft“, ist Özdemir überzeugt.

Kritik an Rüstungsexporten
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