Grüne versus Piraten
„Da ist es noch ziemlich dünne“

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth vermisst bei den Piraten Inhalte. Der NRW-Spitzenkandidat der CDU, Norbert Röttgen, hingegen meint, dass die Grünen an den Piraten scheitern werden. Der Grund? Fehlende Inhalte.
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BerlinDer Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth fällt es nach eigenen Angaben schwer, sich mit den Piraten auseinanderzusetzen. Sie sehe zwar in der Partei eine ernst zu nehmende Konkurrenz. „Weil ich sie ernst nehme, möchte ich mich mit ihnen auseinandersetzen, mit den Inhalten und Konzepten, sagte Roth am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“.

Die Frage sei aber, was die Piraten tatsächlich verändern und mit welchen Projekten sie eine andere Politik gestalten wollten. Daher sollten sich die Wähler genau überlegen, wem sie ihre Stimmen geben, wenn sie tatsächlich einen Politikwechsel wollten.

„Ich würde mir von den Piraten wünschen, dass man nicht so bissel nach dem Motto 'anything goes' Politik macht, es geht einfach nicht alles“, sagte Roth. Es sei „bemerkenswert“, dass sich die Piraten Gedanken machten über eine Regierungsbeteiligung, aber „ich möchte doch wissen, was wollen sie denn in dieser Regierung erreichen, und da ist es noch ziemlich dünne“, sagte Roth.

Doch die Grünen selbst müssen sich ähnliche Vorwürfe gefallen lassen. So nennt der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen den NRW-Wahlkampf der Grünen wie auch der SPD der Bild-Zeitung gegenüber „inhaltslos“. Er setzt darauf, dass der Einzug der Piratenpartei in den Düsseldorfer Landtag eine rot-grüne Mehrheit vereiteln wird.

„SPD und Grüne werden keine Mehrheit bekommen, davon bin ich fest überzeugt“, sagte der Bundesumweltminister. Grund dafür sei auch, dass die beiden Parteien mit ihrem „inhaltslosem Wahlkampf“ den Piraten so viel Raum gäben.

Die Piraten seien eine Internet-Partei, vor allem aber eine Protest-Partei. „Indem SPD und die Grünen die Menschen nicht ernst nehmen, stärken sie die Piraten“, sagte Röttgen.

Sogenannte Leihstimmen der CDU für die FDP schloss er erneut aus: „Die FDP hat deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie, falls sie denn überhaupt in den Landtag kommt, bereit ist, Rot-Grün mit einer Ampelkoalition an der Macht zu halten. Das ist ein wichtiges Signal an die Wähler - auch an potenzielle FDP-Wähler: Wer die rot-grüne Schuldenpolitik beenden will, muss CDU wählen.“

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grüne versus Piraten: „Da ist es noch ziemlich dünne“"

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  • @ Beamtenschlafstadt_MG,
    da bei sämtlichen in Parlamente vertretenen Parteien unverändert die Pensionsregelung darauf basiert, dass diese als Manna kostenfrei von Himmel fällt, könnten die Piraten....?!
    Z.B.: Wenn der Hartz IV-Satz richtig ist, wäre dies ein Betrag der jedem Bundesbürger zusteht und der frei von Abgaben ist.
    Darüber wird Steuer und Soziales von jeder natürlichen Person in Prozentpunkte vom Einkommen geleistet.

  • "Der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth fällt es nach eigenen Angaben schwer, sich mit den Piraten auseinanderzusetzen."

    Das wird so sein. Aber Frau Roth wird gewiss nicht die einzige Parlamentarierin mit diesen Schwierigkeiten sein. Der Gedanke, dass alle Macht vom Volke ausgeht, ist in der Politik in der Tat nicht mehr so geläufig.

    Ich glaube auch nicht daran, dass die sicher geglaubten Pensionen schon so sicher sind. Mancher Abgeordnete wird froh um seine private Altersvorsorge sein.

  • @beamtenschlafstadtMG

    ... ein bemerkenswert-lesenswerter Beitrag zum inneren Zustand eigentlich aller Parteien. Dass Angelika Beer bei den Piraten anheuerte, ist ja so unerklärlich auch nicht.

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