Grünen-Fraktionschef
„Die Banken stehen nicht zur Wahl“

SPD-Chef Gabriel hat angekündigt, die Finanzmarktregulierung zum Wahlkampfthema zu machen. Davon hält Grünen-Chef Trittin ebensowenig wie von Gabriels Wortwahl. Zudem räumt er mit Gerüchten um die Grünen-Kandidaten auf.
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HamburgGrünen-Fraktionschef Jürgen Trittin lehnt die Pläne des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel ab, die Bändigung des Finanzsektors zu einem Kernthema des Wahlkampfs zu machen. "Die Banken stehen nicht zur Wahl, um es mal deutlich sagen", erklärte Trittin dem "Hamburger Abendblatt".

Er forderte, das Primat der Politik gegenüber den Banken und Finanzmärkten wieder durchzusetzen. Dafür brauche es aber keinen Wahlkampf gegen Banken, "sondern gegen die, die wie Frau Merkel von einer marktkonformen Demokratie schwätzen".

Gleichzeitig distanzierte sich der Grünen-Politiker von Gabriels Wortwahl: "Man sollte den eigenen fehlenden Mut gegenüber Banken nicht immer gleich mit Erpressung von Seiten der Banken gleichsetzen", sagte Trittin. Gabriel hatte angekündigt, die Bundestagswahl 2013 zu einer Entscheidung über die Bändigung des Banken- und Finanzsektors zu machen. In einem Thesenpapier wirft der SPD-Vorsitzende den Banken vor, Staaten zu erpressen und die Politik zu diktieren.

Den Streit innerhalb seiner eigenen Partei um die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bezeichnete Trittin in dem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" als "absolut kontraproduktiv". Spekulationen um eine Troika erteilte er eine deutliche Absage. Es sei vorgesehen, dass die Partei mit einer Doppelspitze in die Wahl gehe.

"Ob diese beiden durch einen Parteitagsbeschluss oder durch eine Urwahl der Mitglieder bestimmt werden, hängt von der Anzahl der Bewerbungen ab", erläuterte der Fraktionsvorsitzende. Über die Aufstellung würden die Grünen am 2. September bei einem Länderrat entscheiden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grünen-Fraktionschef: „Die Banken stehen nicht zur Wahl“"

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  • Die EZB ist die einzige Institution welche das Recht hat Geld und unbegrenzter Höhe zu drucken oder wieder einzusammeln. Sonst niemand. Da ist sie noch autonom.

  • @ margrit117888:

    Fischer nicht intelligent? Da täuschen Sie sich ganz gewaltig. Der Mann hat Marx und anderes fast auswendig gelernt, um sich in linken Kreisen vortun zu können, hat sich - vermutlich damals schon mit Billigung des Staatsschutzes - ein Image als Straßenkämpfer verschafft, hat auf damals öffentlichen Vorstandssitzungen basisdemokratische Grünen-Frauen nach übelster Macho-Art zum Weinen gebracht, hat die Umfunktionierung der Grünen geschickt häppchenweise betrieben: Ein Schritt, der zu Austritten von Idealisten führte, ein Hammerschlag auf die Parteiseele, dann eine große Rede, in der er die verbliebenen Seelen wieder einsammelte und ihnen den Kurs beschwörend einflüsterte. Dann eine Pause, dann der nächste Schritt.

    Der Mann ist nicht weniger intelligent und nicht weniger psychologisch versiert, als Joseph Goebbels es war. Man hatte sich schon den richtigen Leithammel ausgesucht, um die Grünen von innen umzudrehen, unterstützt von den Medien und auch den anderen Parteien: Wie früh sagten Politiker von SPD, FDP und CDU: "Ja, wenn alle Grünen so wären wie der Fischer, dann könnte man auch mit denen koalieren!" Zugleich würde die Fischer-Crew von den Medien als "Realos" bezeichnet, also als die, die sich den Realitäten stellten, während die Basisdemokraten als "Fundis" bezeichnet wurden - Fundamentalisten, Dogmatiker, Träumer...

    Die Umdrehung der Grünen war eine Meisterleistung, so gut und umfassend gemacht, dass man meinen möchte, sie sei in Kooperation von Reichssicherheitshauptamt und Goebbels Propagandaministerium ausgeheckt worden.

    Zugleich war sie ein Beweis für die Gleichschaltung der Gesellschaft: Alle Medien machten mit, alle Parteien machten mit.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

  • Dass das Gangster-Duo Merkel-Sarkozy nach dem Prinzip "eine schmutzige Hand wäscht die andere" gearbeitet hat, bestreitet sicherlich kein vernünftiger Mensch. Aber: Frankreich hat nun eine andere Regierung, eine wirklich andere Regierung.

    Vive la France!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

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