Grünen-Fraktionschef Hofreiter träumt noch von Jamaika

Während in Berlin über eine Große Koalition oder Neuwahlen diskutiert wird, hält Grünen-Fraktionschef Hofreiter ein Jamaika-Bündnis weiterhin für die beste Alternative. Eine „Kenia-Koalition“ sei hingegen wenig sinnvoll.
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Der Grünen-Fraktionschef hat die Hoffnungen auf eine Jamaika-Koalition noch nicht ganz aufgegeben. Quelle: dpa
Anton Hofreiter

Der Grünen-Fraktionschef hat die Hoffnungen auf eine Jamaika-Koalition noch nicht ganz aufgegeben.

(Foto: dpa)

BerlinGrünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat die Hoffnung auf eine Jamaika-Koalition trotz des Scheiterns der Sondierungen dazu noch nicht ganz aufgegeben. Er signalisierte am Freitag im ZDF-Morgenmagazin aber auch, dass sich seine Partei einer schwarz-grünen Minderheitsregierung nicht verschließen würde.

„Wir glauben immer noch, dass das beste für das Land wäre, wenn es zu Jamaika gekommen wäre“, sagte er. Zur Frage, ob das Scheitern endgültig sei, antwortete er: „Warum soll man eigentlich die FDP so rauslassen?“ Er erwarte von den Liberalen, dass sie nach einer Denkpause zurückkämen. Für wahrscheinlich halte er das aber nicht, fügte Hofreiter an.

Auch für eine Minderheitsregierung seien die Grünen gesprächsbereit. Hier liege der Ball zunächst aber bei der Union und bei Angela Merkel. Diese müsse sich entscheiden, was sie wolle: Eine Minderheitsregierung, Neuwahlen oder noch einmal eine große Koalition. Minderheitsregierungen seien zwar immer eine Notlösung, sagte Hofreiter. Dennoch könnte das am Ende die beste Lösung sein.

Eine Kenia-Koalition von Union, SPD und Grünen halte er dagegen für wenig sinnvoll. Auch Neuwahlen sehe er kritisch. Sollte es dennoch dazu kommen, wäre sein Vorschlag, dass die Grünen mit den gleichen Spitzenkandidaten – Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt – antreten wie im September.

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Angela Merkel
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Die Kanzlerin und CDU-Chefin steht unter Druck. Erst hat die Union das schlechteste Bundestagswahlergebnis seit 1949 eingefahren, jetzt ist Merkel mit der Regierungsbildung vorerst gescheitert. Neuwahlen will sie vermeiden, auch aus Furcht vor einem Erstarken der rechtsnationalen AfD. Ob die Debatte über einen Generationenwechsel und eine konservativere Ausrichtung der CDU neu entflammt, ist noch nicht ausgemacht.

Christian Lindner
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Der FDP-Chef hat seiner Partei bei der Wahl am 24. September ein grandioses Comeback verschafft. Mit der Möglichkeit einer Jamaika-Koalition hatte er die Aussicht, Vizekanzler und Finanzminister zu werden. Doch dann beschloss er das Aus der Sondierungen. Nun muss er der Basis erklären, weshalb er diese Chance hat verstreichen lassen. Keine ganz einfache Aufgabe.

Wolfgang Kubicki
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Der FDP-Vize hatte es in Schleswig-Holstein geschafft, zusammen mit CDU und Grünen ein Jamaika-Bündnis zu schmieden. Seine Erfahrung ließ sich aber auf den Bund nicht übertragen. „In Berlin funktioniert es anders“, musste er einräumen. Nun will er in der Opposition versuchen, die FDP möglichst schlagkräftig zu machen.

Cem Özdemir
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Galt gesetzt als Minister – Außen oder Wirtschaft waren im Gespräch. Der Grünen-Chef hat schon angekündigt, dass er für die Parteispitze nicht mehr kandiert. Sollten die Grünen nicht doch noch an die Regierung kommen, etwa nach Neuwahlen, müsste Özdemir wohl als einfacher Abgeordneter weitermachen.

Katrin Göring-Eckardt
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Auch die Bundestags-Fraktionschefin wäre wohl Ministerin geworden, vielleicht hätte sie ein soziales Ressort übernommen. Göring-Eckardts Ansehen ist zuletzt bei vielen Grünen gewachsen. Möglich, dass sie als Vorsitzende der Fraktion bestätigt wird, auch wenn manche sich neue Gesichter wünschen.

Jürgen Trittin
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Seit 2013 war der frühere Minister, Fraktionschef und Spitzenkandidat nur noch Abgeordneter. In den Sondierungen erlebte der einflussreiche Parteilinke ein Comeback. Dass er wieder ein wichtiges Amt bekommt, halten trotzdem viele bei den Grünen für unwahrscheinlich – jetzt sei eine neue Generation dran.

  • rtr
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8 Kommentare zu "Grünen-Fraktionschef: Hofreiter träumt noch von Jamaika"

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  • Es scheinen aber etwa 10% Gehirnamputierten sie zu wählen.

  • Frau Ebsel,

    dem ist nichts mehr hinzuzufügen, besonders wenn man die Vita von Katrin, Claudia & Co. kennt.

    Dumm, dümmer, Pxxxxtikerin.

  • Das Beängstigende ist, dass es jemand, der ohne Unterbrechung nur peinlichen Blödsinn von sich geben kann, bis zur Spitzenkraft der Grünen schaffen kann. Wenn es nicht so traurig für "das Land" (ich sage aufrichtig Deutschland) wäre, müsste man sich verschämt abwenden.

  • "Nicht die Grünen sollen in sich gehen, sondern die FDP"
    Problem 1: wie soll man Menschen mit solchen Aussagen ernst nehmen?
    Problem 2: solche Aussagen hören ja nicht plötzlich auf bei einer Koalition, sondern gehen womöglich 4 Jahre weiter
    Problem 3: die einzige Antwort auf solche Aussagen ist ein Lachkrampf
    Fazit: 2 Parteien würden 4 Jahre nicht aus dem Lachen herauskommen, eine Partei wäre ständig beleidigt, weil man über sie lacht und die Vorsitzende der 4. Partei würde aus Mutterinstinkt und Mitleid Händchen halten

  • "Auch für eine Minderheitsregierung seien die Grünen gesprächsbereit. "

    Die GRÜNEN wollen wohl um jeden Preis regieren:

    Machtgeil, machtgeiler , GRÜNE.

  • Seien wir mal ehrlich: es liegt einzig an den Grünen, eine Jamaika-Koalition hinzubekommen.
    Wenn sie sich die Umfrage-Ergebnisse ihrer Forderungen ansieht und mit denen der FDP vergleicht, ist es ein "No-Brainer".
    (Hinweis: das bedeutet nicht, dass man KEIN Gehirn braucht)

  • Wie immer sind die Grünen ziemlich weit von der Realität entfernt.
    Merkel wird keine Minderheitsregierung machen, da kann sie die Abstimmung nicht diktieren. Und wenn, dann eher mit der FDP, denn wenn die CDU noch grüner wird, geht's beim nächsten mal weiter in den Keller.
    Die müssen bei den Grünen schon ziemlich scharf auf die Posten sein ...sonst haben die meisten von denen in ihrem Leben ausser Reden noch nix gerissen, aber alles besser wissen.

  • Jamaika ist Tot und wurde schon Tot geboren. Mein Vorschlag an die Grünen , warum machen die Grünen keine Minderheitsregierung allein.

    Das wäre doch möglich bei soviel Freunden unter Merkel und in der SPD.

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