Grünen-Landtagsfraktion
Seehofer wusste schon länger von Hoeneß-Steueraffäre

Bayerns Ministerpräsident gerät unter Druck: Angeblich soll er schon seit Ende Januar über die Steueraffäre von Uli Hoeneß informiert gewesen sein. Fraglich ist, ob er Einfluss auf den Umgang damit hatte.
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MünchenDer bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ist nach Angaben der Grünen bereits seit Ende Januar über die Steueraffäre um den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß informiert. Der CSU-Vorsitzende sei am 25. Januar, wenige Tage nach der Selbstanzeige von Hoeneß, über die Ermittlungen der Steuerbehörden und der Staatsanwaltschaft „aus der Staatsregierung heraus“ unterrichtet worden, teilte die Grünen-Landtagsfraktion am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Finanzministeriums mit.

In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen habe das Ministerium erklärt, am 17. Januar über die Selbstanzeige unterrichtet worden zu sein, teilte die Fraktion mit. Der Generalstaatsanwalt habe dann Anfang Februar auch das Justiz- und Innenministerium über den Vorgang in Kenntnis gesetzt. Staatskanzlei und Finanzministerium waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seehofer hat bereits eingeräumt, vorab Bescheid gewusst zu haben. Wann genau er eingeweiht worden war, blieb zunächst offen. Die Opposition in Bayern und im Bund hat von Seehofer Aufklärung gefordert. SPD-Bundestagsfraktionschef Frank Walter Steinmeier hatte am Mittwoch im Reuters-Interview Seehofer direkt angegriffen und erklärt: „Interessant wäre die Frage, ob die bayerische Landespolitik oder die bayerische Landesregierung, vielleicht sogar der Ministerpräsident selbst, Einfluss darauf genommen hat, wie damit umzugehen sei.“

Die Öffentlichkeit erfuhr von Hoeneß' Selbstanzeige, den Ermittlungen, einer Hausdurchsuchung und seiner angeblich vorübergehenden Festnahme im März erst in den vergangenen Tagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Grünen-Landtagsfraktion: Seehofer wusste schon länger von Hoeneß-Steueraffäre"

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  • Es wird Zeit sich von den Abgeordeneten und dem Parlament zu entledigen. Mann bedient sich nur noch an öffentlichen Geldern Wasser Predigen und Wein Trinken

  • Wer mit Hoeneß Fussball im Stadion ansieht, der spricht schon mal über dies und das. Aber das Seehofer Honeß darüber
    informiert hat, dass gegen ihn eventuell ermittelt wird ist eine Ente der SPD.Das aus dem Umwelt der CSU geplaudert wurde, ist wohl eher möglich, aber das ist in bestimmten Kreisen zu denen auch fast alle Politiker gehören wohl dazu. Was Hoeneß gemacht hat, ist nicht Ok aber wer hat nicht schon mal an der Börse spekuliert und Steuern vergessen. Dazu werden Verluste und Gewinne wenn man aktiv zockt unübersichtlich was die Steuern betrifft.

    Politiker rate ich mal ganz dringend, die Reisen in ferne Länder zu überprüfen, die zum großen Teil vermutlich bezahlter Urlaub auf Staatskosten sind. Auch hier werden Steuern unrechtmässig eingesetzt und hinterzogen.

  • Eines ist doch klar, für solche Leute wie Höneß wurden die Gesetze vom Gesetzgeber gemacht.
    Dieses Gesetz verleitet direkt zum Steuerbetrug.
    Hier kann derjenige, der viel Geld beiseite schaffen möchte, erst einmal den Versuch unternehmen sein Geld gegen die Steuer in Sicherheit zu bringen. Wäre schon der Versuch strafbar, ist die Hemmschwelle für den Steuerhinterzieher viel höher. Er müsste damit rechnen in den Knast zu kommen. Hier kann er vorher gewarnt werden, wenn man ihm auf die Schliche gekommen ist. Er macht eine Selbstanzeige und alles ist gut.
    Nichts ist gut. Dieses Gestz muss abgeschafft werden.
    Es verleitet zum Betrug.

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