Grünen-Spitzenkandidatin Bärbel Höhn im Handelsblatt.com-Chat
Höhn: "Wir schaffen 8 bis 9 Prozent"

In Nordrhein-Westfalen geht der Wahlkampf in den Endspurt. CDU und FDP liegen weiterhin deutlich vor der amtierenden rot-grünen Landesregierung. Doch im Chat von Handelsblatt.com zeigt sich die Grünen-Spitzenkandidatin Bärbel Höhn siegessicher. Ihr Zukunftskonzept: Salatöl.

co DÜSSELDORF. "Es gibt keine Niederlage", schreibt Höhn im Chat bei Handelsblatt.com. "Wir werden auch die FDP überholen. Ich glaube, wir können 8 bis 9 Prozent schaffen."

Die grüne Landesumweltministerin schließt eine Koalition mit der CDU weiterhin aus. "Ich kann mir definitiv Schwarz-Grün nicht vorstellen." Höhn prognostiziert eine Wende für den Wahltag am 22. Mai. Dabei vertraut sie auch auf einen anhaltenden Aufwind für die Sozialdemokraten in NRW. "Die SPD ist in den letzten Tagen sehr viel besser motiviert."

Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen setzt Höhn auf erneuerbare Energien. "Wenn wir unsere Energie in Strom, Wärme und Biokraftstoffbereich selbst erzeugen, können wir in den nächsten 15 Jahren bundesweit 370 000 neue Arbeitsplätze schaffen", schreibt Höhn. Zudem müsse das Land auf Innovation setzen. Mit den Öko- und Sozialstandards der Chinesen könne niemals konkurriert werden.

Kritik an einer zu starken Fokussierung der Grünen auf Bereiche wie Windenergie wiegelt Höhn ab. "In NRW arbeiten direkt in der Windkraft 15 000 Menschen", schreibt sie. Deutschland müsse es als Chance ansehen, dass die Amerikaner den Markt zunächst nicht besetzen. "Ich stehe weiterhin für die traditionellen Industrien", so Höhn im Chat. Andere Bereiche böten aber eine noch bessere Basis für neue Arbeitsplätze. Die Zukunft liege in den neuen Technologien, schreibt Höhn und wirbt angesichts der Feinstabdebatte für ihr umweltfreundlich Wahlkampf-Mobil: "Fährt mit Rapsöl."

Höhn kündigte an, in absehbarer Zeit aus dem heimischen Steinkohleabbau aussteigen zu wollen - ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die Ankündigung von Jürgen Rüttgers (CDU), die Kohlesubventionen bis 2010 zu halbieren, hält sie jedoch für zu ehrgeizig. Die Verträge müssten eingehalten werden.

Die Grünen-Politikerin sprach sich auch für die Beibehaltung des solidarischen Krankenversicherungssystems in Deutschland und für die Einführung einer Bürgerversicherung aus. Sie plädierte zudem für stärkere Investitionen im Bildungsbereich, für eine Ausweitung der Kinderbetreuung und ein gebührenfreies Erststudium.

Hartz IV will Höhn in mehreren Punkten weiterentwickeln. Die Zuverdienstmöglichkeiten müssten verbessert sowie ältere Arbeitnehmer gezielter gefördert werden. Beim Thema Kapitalismusdebatte stellt sich Höhn hinter SPD-Parteichef Franz Müntefering. "Ich finde die Debatte richtig, obwohl ich andere Worte gewählt hätte", schreibt Höhn. Das V-Zeichen von Ackermann gehöre jedoch deutlich kritisiert. "Eine Ellenbogengesellschaft wie bei der FDP will ich nicht."

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