Grünen-Wahlkampf
„Glaubt nicht den Demoskopen“

Die Grünen halten die Bundestagswahl für völlig offen und kämpfen mit scharfen Angriffen auf alle anderen Parteien um jede Stimme. Das machten die Grünen-Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin am Donnerstag beim Wahlkampfhöhepunkt in Berlin deutlich.

HB BERLIN. "Glaubt nicht den Demoskopen", sagte die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast am Donnerstagabend beim offiziellen Wahlkampfhöhepunkt in Berlin. "Das Rennen ist für den Sonntag total offen." Spitzenkandidat Jürgen Trittin rief den jubelnden Anhängern zu: "Es wird verdammt knapp werden."

Trittin bekräftigte das Nein der Grünen zu einem Bündnis mit Union und FDP: "In Jamaika, da können wir unsere politischen Inhalte in einer riesengroßen Tüte rauchen." Trittin zeigte sich vor jubelnden Anhängern überzeugt: "Wir können Schwarz-Gelb verhindern."

Dem Wunschpartner SPD warfen die Grünen vor, an der großen Koalition festhalten zu wollen. "Wem die Regierung, wem der Dienstwagen wichtiger ist als die Verfassung, der fällt beim Kampf gegen Schwarz-Gelb schlicht und einfach hinten raus", sagte Trittin mit Blick auf das umstrittene Wahlrecht. Künast warf der SPD vor: "Die machen immer eines: Rot-Grün antäuschen - und dann doch ins Schwarz-Rot flüchten."

Der Linkspartei hielt Trittin vor, mit ihrer Absage an eine Regierungsbeteiligung spiele sie der CDU in die Hände. "Das ist nicht links, das ist einfach nur blöde." Leider hätten die Grünen beim Kampf gegen Schwarz-Gelb wenig Verbündete.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der großen Koalition warf Trittin eine verlogene Politik vor. So trete sie nur vor den Scheinwerfern für den Klimaschutz ein. Damit gefährdeten Union und SPD aber auch Arbeitsplätze etwa in der Automobilindustrie. "Die Abwrackprämie war nichts anderes als Saufen gegen den Kater", sagte Trittin. Die veraltete Modellpolitik der Autobauer werde unterstützt, ein Umstieg auf Ökomodelle unterbleibe.

Künast ging mit der Antikrisenpolitik Merkels hart ins Gericht: "Nichts von dem, was Merkel versprochen hat beim Konjunkturpaket I, ist eingetreten." Die Kanzlerin betreibe eine Politik für die Profitinteressen der Banker.

"Wir wollen wirklich einen Politikwechsel", versicherte Künast. Durch umfassende sozial-ökologische Reformen und Investitionen sollten eine Million Jobs binnen vier Jahren geschaffen und die Wirtschafts- und Lebensweise nachhaltig umgestaltet werden. "Wir können nicht auf Kosten andere leben", sagte Künast.

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