Grunderwerbsteuer
Hessen-Grüne schröpfen Immobilienkäufer

Die Schuldenbremse, die sich die Länder auferlegt haben, trifft Immobilienkäufer hart: Jetzt hat auch Schwarz-Grün in Hessen die Grunderwerbsteuer deutlich erhöht. SPD und Steuerzahlerbund sind empört.
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BerlinWer ein Haus kauft, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Grund ist, dass die Länder die Grunderwerbsteuer als lukrative Einnahmequelle entdeckt haben. Die Höhe können sie selbst festlegen. Davon machen auch immer mehr Landesregierungen Gebrauch – aus gutem Grund. Denn fast alle stehen unter einem immensen finanziellen Druck, der alleine durch die Schuldenbremse entsteht, die ab 2020 eingehalten werden muss. Selbst die Grünen haben unter diesen Umständen kein Problem damit, Immobilienkäufer zu schröpfen.

In Hessen, wo die Ökopartei mit der CDU regiert, ist eine Anhebung der Grunderwerbsteuer nun seit dieser Woche beschlossene Sache. Der Satz wird schon zum 1. August und nicht - wie ursprünglich geplant - erst zum Jahreswechsel von 5 auf 6 Prozent erhöht. Damit wurde an dieser Steuerschraube innerhalb von eineinhalb Jahren schon zum zweiten Mal gedreht. Ende 2012 hatte der Steuersatz noch 3,5 Prozent betragen.

Der Unterschied von 2,5 Prozentpunkten verteuert den Immobilienkauf enorm: Für den Käufer bedeutet er nach Berechnungen der Immobilienzeitung einen über 70 Prozent höheren Steuerbetrag, den er dem Finanzamt zahlen muss. Bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro sind demnach ab August 12.000 Euro Steuer zu zahlen. 2012 waren es nur 7.000 Euro.

Der Hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) warb um Verständnis für die Steuererhöhung. „Die Regierungsparteien von CDU und Grünen haben sich die Erhöhung nicht leicht gemacht“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Wiesbadener Landtag. Das Land habe aber nur sehr wenige Möglichkeiten, eigene Einnahmen zu generieren, eine davon sei die Grunderwerbsteuer.

Schäfer verteidigte die Maßnahme auch damit, dass die Höhe des Steuersatzes in anderen Ländern ebenfalls bereits mehrfach erhöht worden sei. „Die Erhöhung ist Teil eines Maßnahmenpaketes, das wir mit den finanzpolitischen Leitlinien verbindlich festgeschrieben haben“, sagte er. Die höheren Einnahmen ermöglichten eine stärkere Senkung der Nettokreditaufnahme schon in diesem Jahr. Laut der geltenden Schuldenbremse in Hessen ist dieses ausschlaggebend für die Rückführung des Haushaltsdefizits hin zur Nettoneuverschuldung von null spätestens 2020.

Die Entscheidung, die Steuer zur Haushaltssanierung zu erhöhen, sorgt für große Empörung – bei der SPD und beim Steuerzahlerbund.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nein. Es gibt keine Grenze bei den Grunderwerbssteuern.
    Auch 500%, 1000% und viel viel mehr ist machbar.

    Hauspreis: 100.000 Euro
    Grunderwerbssteuer: 5%
    Gesamtkaufpreis des Hauses: 105.000 Euro

    Hauspreis: 100.000 Euro
    Grunderwerbssteuer: 500%
    Gesamtkaufpreis des Hauses: 600.000 Euro.

    Da geht noch viel mehr.

  • Ich bin der Meinung, Immobilienbesitz sollte einer kleinen Oberschicht vorbehalten bleiben. Lohnsklaven sollen zur Miete wohnen.

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