Guantánamo: Ex-Häftlinge in Deutschland angekommen

Guantánamo
Ex-Häftlinge in Deutschland angekommen

Zwei ehemalige Insassen des US-Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba sind in Deutschland angekommen. Hamburg und Rheinland-Pfalz hatten sich bereit erklärt, die beiden Männer aufzunehmen.
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HB HAMBURG. Der 34-jährige staatenlose Palästinenser Ayman Mohammad Ahmad S. wird nach Angaben der Hamburger Innenbehörde in einem Krankenhaus der Hansestadt auf seinen Gesundheitszustand untersucht. Wie lange der Mann in dem Krankenhaus bleibe, sei unklar. Nähere Angaben konnte ein Behördensprecher zunächst nicht machen. Der Palästinenser hatte seit Januar 2002 in dem US-Gefangenenlager gesessen. Deutschland sagte den USA im Sommer die Übernahme von zwei Gefangenen zu. Neben Hamburg erklärte sich auch Rheinland-Pfalz zur Aufnahme eines Gefangenen bereit, auch dieser Mann ist bereits vor Ort. "Der Syrer ist jetzt an uns übergeben worden", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Mainz. Weitere Angaben konnte der Behördensprecher ebenfalls zunächst nicht machen.

Der Vorsitzende des Innenschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte kurz nach der Ankunft des Häftlings in Hamburg: "Wir alle müssen ein überragendes Interesse daran haben, dass sich der Häftling so rasch als möglich in Deutschland zurechtfindet und sich in unsere Lebensverhältnisse integriert." Nach allen vorliegenden Informationen hätten die deutschen Sicherheitsbehörden allergrößten Wert darauf gelegt, dass von dem Mann keine Gefahr für die innere Sicherheit in Deutschland ausgehe, sagte Bosbach. Dessen ungeachtet würden die zuständigen Sicherheitsbehörden das Verhalten des Mannes sicherlich kontinuierlich überprüfen, um mögliche Gefährdungen auszuschließen.

Am Montag hatte Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck (CDU) die baldige Ankunft von Ayman Mohammad Ahmad S. in der Hansestadt angekündigt und erklärt, die Stadt sei auf die Aufnahme des 34-Jährigen gut vorbereitet. Es gebe ein behördenübergreifendes Konzept, das eine Rundumbetreuung des Mannes vorsehe. "Unser Ehrgeiz ist es, ihn in Hamburg zu integrieren", sagte Vahldieck. Der Senator geht davon aus, dass der Ex-Häftling keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit mehr darstellt. Nach Angaben des Senators war der im Dezember 1975 im saudiarabischen Djidda geborene Mann im Sommer 2001 in Richtung Afghanistan gereist, um in den "Heiligen Krieg" zu ziehen. Er wurde gefasst und im Januar 2002 in das US- Gefangenenlager auf Kuba gebracht. Vahldieck hat an die Medien appelliert, die Integrationschancen für den 34-Jährigen nicht durch intensive Berichterstattung zu mindern. Fotos etwa vom Gesicht des Mannes, unter Umständen noch vor seiner Wohnung, würden die Bemühungen der Behörden um eine Eingliederung in die Gesellschaft erschweren.

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  • @ Alfred (2)

    „Jetzt hat der islamismus offiziell einen Fuß in der Tür.“

    Wieso „Fuß in der Tür“, die sind längst hier und wurden von der Öffentlichkeit bisher nur nicht wahrgenommen. in Mönchengladbach hat man den Salafisten die Moschee geschlossen, jetzt nutzen sie das Versammlungsrecht und beten auf dem Marktplatz. Die Salafisten sind noch einen Tick verbohrter als die Wahabiten, einer der Prediger hier in D ist Pierre Vogel, der einige Journalisten per Videobotschaft bedrohte, weil sie über diesen „Verein“ berichtet hatten. Mehr lesen Sie hier:
    http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Wie-Salafisten-Frauen-unterdruecken_aid_891145.html

    „.....die Scharia als Grundlage für das deutsche Rechtssystem einführt.“

    Dies wird auf türkischen und marokkanischen Portalen schon seit vielen Jahren gefordert, „damit wir endlich Rechtssicherheit haben“ so der Tenor der Nutzer.

    „bravo Deutschland, wir sind auf dem richtigen Weg.“

    Auf dem sind wir schon lange, sehen Sie sich den Film „Kampf im Klassenzimmer“ an, das Video ist über die ARD leider nicht zu erreichen, deshalb googlen, über den 2. Eintrag läßt sich das Video herunterladen.
    Die Autorinnen dieser Reportage hatten Probleme eine Schule zu finden, über die sie diese Reportage drehen konnten. Man gab zwar zu, daß es Probleme zwischen Muslimen und Nichtmuslimen gibt, wollte aber den Ruf der Schule schützen und keinen Ärger mit den Eltern der muslimischen Schüler.
    „Deutschland ist ein sehr islamisches Land“ sagte ein arabischer imam in einem interview mit der Süddeutschen vor einigen Jahren, das selbstverständlich nicht in deutsch geführt wurde.

  • ironisch gemeint, ich muß mich sehr wundern über meine Vorredner, wir sollten uns freuen endlich konnten wir den USA helfen, um ihre gefangenen los zu werden. Was mich traurig stimmt, das die bundesländer dafür herhalten müssen, besser wäre gewesen, einen dem innenminister ins Haus, den zweiten der Kanzlerin in ihr privat Anwesen, dies wäre richtig und Fairness gewesen. Ohne Not holen wir immer mehr Terror in die bundesrepublik Deutschland, auf Dauer kann man auch mit Geld den Deckel auf dem brodelnden Kessel nicht halten. Frage: wurde der innenminister nicht auf seine verfassungstreue überprüft? Wie man es bei jedem beamten macht? Es trifft leider nicht die von mir angesprochenen Personen, sondern wieder mal den deutschen Steuerzahler, oder wird der Aufenthalt hier von den USA bezahlt???
    Danke

  • Jetzt hat der islamismus offiziell einen Fuß in der Tür. Der nächste Schritt wird sein, dass unsere Regierung die Scharia als Grundlage für das deutsche Rechtssystem einführt. bald werden wir dann auch Steinigung und das Abhacken von Gliedmaßen fürchten müssen. bravo Deutschland, wir sind auf dem richtigen Weg.

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