Guido Westerwelle Außenminister auf Abruf

Nach Gerüchten um seine bevorstehende Ablösung hat Bundesaußenminister Westerwelle nun doch seinen Respekt für den Libyen-Einsatz der Nato geäußert. Die FDP-Spitze will nun an ihm festhalten - vorerst.
Update: 28.08.2011 - 16:44 Uhr 24 Kommentare
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wartet auf den Beginn einer FDP-Präsidiumssitzung in Berlin: Die FDP will an ihrem umstrittenen Außenminister Guido Westerwelle festhalten. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei. Quelle: dpa

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wartet auf den Beginn einer FDP-Präsidiumssitzung in Berlin: Die FDP will an ihrem umstrittenen Außenminister Guido Westerwelle festhalten. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei.

(Foto: dpa)

BerlinDie FDP will an Außenminister Guido Westerwelle festhalten, nachdem er der Nato für ihren Einsatz in Libyen nun doch Respekt gezollt hat. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei. Für FDP-Chef Philipp Rösler komme eine Ablösung Westerwelles nicht infrage, hieß es. Der Außenminister habe mit seinem Lob für den erfolgreichen Nato-Einsatz gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi spät, aber nicht zu spät eingelenkt.

Westerwelle war wegen seiner Haltung in der Libyen-Frage in seiner eigenen Partei massiv in die Kritik geraten. Er hatte den Erfolg der Rebellen in Tripolis zunächst auch mit der von Deutschland unterstützten Sanktionspolitik begründet - nicht aber mit dem Nato-Einsatz, an dem sich Deutschland nach einer Enthaltung um UN-Sicherheitsrat nicht beteiligt hatte. Daraufhin hatte sich Rösler in einem Interview distanziert: „Unser tiefer Respekt und unsere Dankbarkeit gelten auch unseren Verbündeten, die Gaddafis Mordeinheiten entscheidend in den Arm gefallen sind.“

Am Wochenende hatte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der „Bild am Sonntag“ den Nato-Einsatz gelobt: „Wir stehen fest zu unseren Verbündeten und zur Nato, für deren Einsatz ich tiefen Respekt habe.“ Westerwelle sah sich angesichts des zunehmenden Drucks zur Kehrtwende gezwungen. In der „Welt am Sonntag“ sprach auch er von „Respekt“ für die Nato. „Wir sind froh, dass es den Libyern auch mit Hilfe des internationalen Militäreinsatzes gelungen ist, das Gaddafi-Regime zu stürzen“, schrieb Westerwelle in dem Gastbeitrag.

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24 Kommentare zu "Guido Westerwelle: Außenminister auf Abruf"

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  • Herr Westerwelle ist durch seine (leider öffentlich bekannten- ) Neigungen als Außerminister ungeeignet. Wenn schon die Araber bei Empfängen mit Herrn Westerwelle Hosen anziehen, sollte das ein deutlicher Wink sein.

    Das Land ist eben so, wie die Repräsentanten, die es an seine Spitze plaziert. Ohne gewissen Minderheiten, Schönheits-Idealen oder Menschen mit Handycap hier zu nahe zu treten aber das geht einfach so nicht.

    Sorry, die Welt ist einfach so wie sie ist.

  • Westerwelle ist sooo schlecht, da kommt es auf ein oder zwei Monate auch nicht mehr an, bis er aus dem Kabinett gejagt wird.

    Die FDP arbeitet schon 2 Jahre vor der nächsten Bundestagswahl daran, dass sie aus allen Parlamenten verschwindet - und ist selbst noch stolz auf ihre sooo gute Politik.

    Philipp Rösler hat verstanden! Keiner braucht die FDP mehr - nicht einmal die Bonzen und Milliardäre, sie verkommt zur unbedeutensten Partei Deutschlands mit schlechten Gestalten und schlechten Ideen. Mehr als ein Platz in der liste der "sonstigen Parteien" ist die FDP in 5 Jahren nicht mehr Wert (wer sollte denn so eine schlechte Politik noch unterstützen außer die Großhoteliers?)

  • @Osterwelle
    Mit der Mittellage haben Sie recht. Zur Mittellage gehört allerdings auch, dass man nicht nur in die eine Richtung sieht sondern auch in die andere, nämlich in die "eurasische".
    Ebenso haben Sie recht, dass die Mittellage den Deutschen besondere außenpolitische Fähigkeiten abverlangt,die sie in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts nun wahrlich nicht hatten. Der letzte große Politiker der es verstand mit 5 Kugeln gleichzeitig zu jonglieren war Otto Graf v. Bismarck. Die Künigung des Rückversicherungsvertrages unter seinen unfähigen Nachfolgern war das Ende der außenpolitischen Kunst in Deutschland mit den bekannten Folgen.
    Als Lehre aus diesen Zeiten und umsowichtiger für die Gegenwart ist nicht nur das Verhältnis zum Westen sondern auch der Blick nach Russland und China.

  • Wenn eine Partei ohnehin über Jahrzehnte keine klare Linie zu zeigen vermag,
    wer soll es ihr übelnehmen, wenn an Clowns wie Westerwelle festgehalten wird, der ebenfalls über keine eigene Ausrichtung verfügt. Das passt doch sehr gut zusammen. Was mich allerdings wundert, dass es in der Bundesregierung scheinbar zu diesem Außenminister keine Alternative zu geben scheint. Das zeigt einmal mehr, dass sich die Intelligenz aus der deutschen Politik lange verabschiedet hat.

  • @ Rapid
    Zum Beitrag von C. Meyer. Naja, ob es nur die Signalwirkung sein sollte, oder auch andere Standpunkte, möglicherweise beides. Durchaus im Geiste der Schröderschen Aussenpolitik, leider. Denn zum souveränem Handeln der deutschen Aussenpolitik gehören auch "souveräne" Ansichten (Mittellage-Komplex?), die es in der Geschichte auch schon gab, nur war die Geschichte leider nicht sehr ruhmreich. Auf dem Weg des (um es mit Kohls Worten zu sagen) Nichtvorhandensein der Verläßlichkeit wird es uns und den Völkern um uns herum nicht gut gehen. Hr.Ww als typischer Repräsentat dieser Ansichten sollte möglichst bald gehen.

  • @Osterwelle
    Netter Gedankengang. Aber bei Widerstand des Herrn Westerwelle und Beharrung von Frau Merkel auf ihrem Standpunkt wäre es wahrscheinlich gewesen, dass Frau Merkel sich durchgesetzt hätte, trotz Bedenkenträger in ihrer Partei, da die FDP eindeutig eine schwächere Position hatte und hat, es sei denn Herr W. hätte damit gedroht die Koalition zu beenden. Wäre er dazu in der Lage gewesen?
    Herr Westerwelle war und ist allerdings der Meinung seine Politik und die von Frau Merkel sei richtig gewesen. Und dafür gibt es sogar Gründe.
    Lesen Sie doch einmal den Beitrag von C.Meyer,auch interessant und bedenkenswert.

  • @Rapid.
    Ich kann nachvollziehen, dass Sie sich als alleiniger Sachverständiger deutscher Politik verstehen, immerhin ist es in letzten Jahren deutlich schwieriger geworden es zu verstehen. Aber bedenken Sie (und das geht nur wenn Sie auch 2x2 verstehen - eben höhere Ebene), dass zum politischen Handeln nicht nur ein sklavisches "Jawohl,Ihre Hoheit." gehört. Mir ist nicht bekannt, dass so eine Entscheidung im Koalitionsvertrag niedergeschrieben wurde. Und eine Nichtzustimmung hätte auch die bei ihrer Partei nicht zu 100% abgesicherte Kanzlerin zum Nachdenken gebracht. Aber genug von wenn und aber, die Tatsache ist, dass Herr Ww. die Meinung durchaus vertritt und auch noch heute gerechtfertigt. Man darf ihm das Vorwerfen auch ohne Ihre besondere Qualifikation.

  • Man kann sich für diese Regierung und ihre Aushängeschilder nur noch schämen. Wirtschaftlich ist Deutschland ein Gigant, politisch nur noch ein hässlicher Zwerg! Dieser Politclown in der Funktion eines Außenministers (traditioneller Erbhof der FDP!) hat Deutschland nicht nur blamiert (und tut das noch immer)sondern politisch völlig isoliert. Wo steht eigentlich geschrieben, dass eine Partei mit völlig un- geeignetem Personal den Außenminister in einer schwarz-gelben Koalition stellen darf?

  • @Regulator.
    Ich würde es bezeichnen als nicht besonders erfreulich, eher eine oportunistische Realpolitik. Und dieses "wichtige" Händeschütteln, war das alles im Februar 2011?

  • Die Ablösung Röslers wäre dann aber der nächte Schritt.
    Der Mann ist doch ebenfalls eine Katastrophe.
    Die FDP hat keine Leute mehr das ist Fakt

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