Guido Westerwelle
Kein Mobbing gegen Griechenland

Schluss mit der Hetzjagd: Guido Westerwelle kritisiert die CSU wegen ihrer permanenten Forderungen nach einem Austritt Griechenlands - seine Kritik richtet sich vor allem gegen einen Politiker.
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OsloAußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Äußerungen aus der CSU zu Griechenland mit scharfen Worten verurteilt. Es sei falsch, vor dem Bericht der Troika ohne ausreichende Faktenlage über Griechenland zu urteilen, sagte Westerwelle am Samstag in Oslo. "Das Mobbing gegen einzelne Euroländer aus parteipolitischem Kalkül muss aufhören", betonte der FDP-Politiker.

Westerwelle reagierte damit auf CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der der „Bild am Sonntag“ gesagt hatte, an einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone führe aus seiner Sicht kein Weg vorbei.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hatte in einem Interview der "Bild am Sonntag" gesagt, er sehe "Griechenland 2013 außerhalb der Eurozone". Er sagte dies wenige Stunden nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beteuert hatte, sie kenne niemanden in der Koalition, der nicht wolle, dass Griechenland Teil der Eurozone bleibt.

Merkel hatte am Freitag beim Besuch von Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras ebenfalls gesagt, sie wolle keine Entscheidungen treffen, bevor der für Mitte September erwartete Bericht vorliegt, den die Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds über Griechenland erstellen will.


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Kommentare zu " Guido Westerwelle: Kein Mobbing gegen Griechenland"

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  • Sie, netshadow, und Ihr Komplize im Geiste Gut-so übersehen vollkommen, wie recht Dobrint hat. Das große Problem ist doch, dass die moralisch verotteten Mentalitäten der griechischen Pseudoeliten eine Rettung
    Griechenlands und somit ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone unmöglich machen. Selbst der oberste griechische Steuerbeamte gibt ohne mit dem Wimpern zu zucken zu, dass, wenn denn der Wille da wäre, man beim obersten Griechischen Einkommensdrittel etwa 50 Milliarden Euro jährlich mehr an bis dato steuerhinterzogenen Geld einsammeln könnte. Da die regierenden griechischen Politiker aber bei ihresgleichen und ihren parasitären Clans diese Steuern nicht eintreiben wollen, verschreibt man lieber der Mehrzahl der Bevölkerung ein die Konjunktur und den sozialen Frieden kaputthauendes Sparprogramm nach dem anderen. Der normale Grieche kann einem angesichts dieser asozialen Führungsschicht wirklich leid tun. Nur: Wo die Führungsschicht nun mal so verkommen tickt, ist einem Land nicht mehr zu helfen. Mit dieser Parasitengesinnung der griechischen Pseudoeliten in der Regierung ist Griechenland langfristig vielleicht noch nicht mal in der EU zu halten, geschweige denn in der Eurozone. Dobrint hat Recht. Im Aufsteigerbundesland Bayern sieht man die Dinge eben klarer, während man in nördlichen Gefilden lieber den verheuchelten, spätrömisch-dekadenten edle Welt-Phrasen der Kreatur Westerwelle zujubelt.

  • Westerwelle distanziert sich damit auch von den Aussagen Röslers und entzieht diesem damit ein weiteres Stück sicheren Boden.

    Auch wenn ich kein Freund der FDP bin, muss ich Westerwelle recht geben und hoffen, dass es diesen unsäglichen Rösler bald ablöst.

  • Herr Westerwelle setzen Sie endlich mal die Demokratie in unserem Land durch!
    Weit über 50 % der Bevölkerung wollen Griechenland (wegen Lug und Trug)nicht mehr ünterstützen.
    Fazit: Volksabstimmung. Wollen Sie (auch die Politiker)aber nicht,da diese dann öffentlich über Ihre Fehlentscheidungen erfahren. Und wer möchte das schon.

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