Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute
Die Beschäftigung steigt rasant

Die gute Konjunktur beflügelt in diesem und dem nächsten Jahr auch den Arbeitsmarkt. 2007 wird nach dem Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute die Zahl der Erwerbstätigen um 450 000 im Jahresdurchschnitt steigen. 2006 war sie bereits um 300 000 gestiegen.

dri BERLIN. 2008 sollen weitere 270 000 Inländer eine Stelle finden. Ursache sind die gute Konjunktur vor allem in der Industrie und in der Bauwirtschaft: Die Bauwirtschaft wuchs 2006 erstmals seit 1994 wieder. Die Institute rechnen zwar damit, dass der Wohnungsneubau in diesem Jahr wegen des Auslaufens der Eigenheimzulage nicht so stark wächst wie im Vorjahr. Die Baufirmen können sich aber über Aufträge zur Modernisierung und zur CO2-Sanierung freuen: Die Förderprogramme der staatseigenen KfW-Bankengruppe würden stark nachgefragt. Gestützt werde die positive Entwicklung durch die noch immer niedrigen Zinsen und die deutlich besseren Arbeitsplatzperspektiven. Anregend wirkten auch bereits wieder steigende Immobilienpreise in guten Lagen. Spätestens 2008 dürften diese Faktoren dann auch den Eigenheimbau wieder beleben, erwarten die Wirtschaftsforscher. Zudem dürften die Städte und Gemeinden, deren Haushaltslage sich erheblich verbessert hat, verstärkt Bauaufträge ausschreiben. Die Institute erwarten, dass die Bauinvestitionen 2007 und 2008 jeweils um 2,7 Prozent zulegen.

Die Arbeitslosigkeit insgesamt sinkt zurzeit stärker, als die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Das scheinbare Paradox erklären die Institute damit, dass die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter zurückzugehen beginnt. Außerdem kontrollierten die Arbeitsagenturen stärker, ob Arbeitslosengeld-II-Empfänger tatsächlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die höhere Dynamik am Arbeitsmarkt führen die Forscher auch auf die Deregulierung der Leiharbeit zurück. Heute würden mit 600 000 Leiharbeitern doppelt so viele Menschen in dieser Form beschäftigt als 2003.

Die Forscher sehen aber auch Risiken für den Arbeitsmarkt: Falls es zu hohen Lohnsteigerungen komme, gefährde dies die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit Arbeitsplätze. Für ihre Prognosen unterstellten die Institute einen Anstieg der Tarifverdienste je Stunde im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von zwei Prozent in diesem und 2,8 Prozent im nächsten Jahr.

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