Gutachten
Kleinstruktur hemmt Ost-Wirtschaft

Warum gelingt es der ostdeutschen Wirtschaft nicht, weiter zum Westniveau aufzuschließen? Eine neue Studie deutscher Wirtschaftsforscher liefert Erklärungen – und zieht daraus Schlüsse für eine künftige Förderpolitik.
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BerlinDie ostdeutsche Wirtschaft wird durch die geringe Größe der Unternehmen in ihrer Entwicklung gehemmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin vorstellte. Aus der kleinteiligen Struktur ergebe sich, dass Ostfirmen seltener als die in Westdeutschland neue Produkte und Verfahren einführten.

Deshalb hätten sie im Durchschnitt auch eine geringere Produktivität, heißt es in der Analyse des Beratungsunternehmens DIW Econ, einer Tochtergesellschaft des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Wirtschaftsleistung der Ost-Bundesländer erreichte 2013 lediglich 71 Prozent des Westniveaus.

Ostdeutsche Unternehmen sind der Studie zufolge auch „seltener und in geringerem Umfang auf internationalen Märkten aktiv“. Bei klassischen Standortfaktoren wie Infrastruktur, Gewerbeflächen und Energiekosten habe der Osten hingegen keine Nachteile.

Als Ursache für den hohen Anteil kleiner Unternehmen sehen die Gutachter die Privatisierungspolitik auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu Beginn der 1990er Jahre. Seitdem habe sich daran relativ wenig verändert. Die Zahl mittelgroßer und großer Unternehmen steige nur langsam. Ostdeutsche Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten erzielten laut Studie im Jahr 2010 etwa 20 Prozent des Umsatzes und beschäftigten etwa 10 Prozent der Erwerbstätigen. Zum Vergleich: Im Westen lagen die entsprechenden Anteile am Umsatz bei rund 40 Prozent und an der Beschäftigtenzahl bei 35 Prozent.

Damit der Osten schneller aufholen kann, empfiehlt DIW Econ, die Förderpolitik auf bestimmte Handlungsfelder zu konzentrieren. Dazu gehöre, die Unternehmen im Osten besser zu vernetzen. Weil Großunternehmen fehlten, seien auch „zu wenige Beziehungsknoten vorhanden“. Nötig sei zudem, Auslandsmärkte besser zu erschließen, um die relativ geringe Exportquote zu erhöhen. Schließlich sollte die Unterstützung von Forschung und Entwicklung ein Schwerpunkt bleiben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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