Gute Chancen in Berlin und Brandenburg
Linkspartei kämpft um Direktmandate

Die in Linkspartei umbenannte PDS geht davon aus, im kommenden Bundestag wieder in Fraktionsstärke vertreten zu sein. Bei Umfragewerten von zehn und mehr Prozent bundesweit und 25 bis 32 Prozent im Osten rechne er fest damit, dass seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wird, sagte Sprecher Hendrik Thalheim.

HB BERLIN.Trotzdem konzentriert „Die Linke.PDS“ ihren Wahlkampf, der heute im nördlich von Berlin gelegenen Bernau offiziell eingeläutet wird, vor allem auf ihre Direktkandidaten in Berlin und Brandenburg.

Im aktuellen Bundestag ist die PDS nur mit Gesine Lötzsch und Petra Pau vertreten, die bei der Bundestagswahl 2002 zwei Direktmandate für die Partei erobert hatten. Das reichte bei einem Zweitstimmenanteil von bundesweit vier Prozent aber nicht für den Einzug ins Parlament in Gruppenstärke. Auch 1994 war die PDS mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Vier in Berlin direkt gewählte Abgeordnete genügten der Partei jedoch, um mit 30 Abgeordneten in den Bundestag einzuziehen. Denn bei der Verteilung der Parlamentssitze werden auch jene Parteien berücksichtigt, die mindestens drei Kandidaten direkt in den Bundestag gebracht haben. 1998 war die PDS nicht auf die „Sicherungsleine“ der Direktmandate angewiesen. Sie übersprang mit 5,1 Prozent der Zweitstimmen die Fünf-Prozent-Hürde und bildete eine 37 Abgeordnete zählende eigene Fraktion.

Für die kommende Bundestagswahl rechnet sich die Linkspartei gute Chancen aus, neben dem 2002 von Pau direkt gewonnen Wahlkreis 86 (Berlin Marzahn-Hellersdorf) und dem von Lötzsch geholten Wahlkreis 87 (Berlin-Lichtenberg) auch die Wahlkreise 85 (Berlin-Treptow-Köpenick) und 63 (Frankfurt/ Oder) sowie 59 (Märkisch-Oderland/Barnim) zu erobern. In Köpenick tritt Gregor Gysi, in Frankfurt/Oder Lothar Bisky und in Märkisch-Oderland Dagmar Enkelmann an. 2002 lagen die PDS-Bewerber in diesen Wahlkreisen allerdings zwischen neun und 22 Prozent hinter den Erststimmenergebnissen der erfolgreichen SPD-Kandidaten.

Neben den nach Ansicht Thalheims fest etablierten PDS-Abgeordneten Lötzsch und Pau werden vor allem Gysi in Treptow-Köpenick und Enkelman in Märkisch-Oderland gute Chancen auf ein Direktmandat eingeräumt. Enkelmann hat in ihrem Wahlkreis bereits ihr Landtagsmandat direkt gewonnen. Im vergangenen Jahr holte die PDS bei der Landtagswahl in Brandenburg 23 der 44 Direktmandate.

Der unabhängige Wahlinformationsdienst Election.de traut der Linkspartei bei der Bundestagswahl sogar neun und mehr Direktmandate zu. Election.de erstellt Wahlkreisprognosen auf der Basis der Wahlkreisergebnisse von 2002 und aktuellen Umfragen.

Eine der spannendsten Direktkandidaturen findet im Wahlkreis 296 (Saarbrücken) statt. Dort macht der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine der SPD-Abgeordneten Elke Ferner das Direktmandat streitig. Ferner hatte den Wahlkreis vor drei Jahren mit 51,8 der Erststimmen geholt, Lafontaine ihn 1998 noch als SPD-Politiker mit 57 Prozent der Erststimmen gewonnen.

Selbst wenn Lafontaine als Wahlkreisbewerber scheitert, hat er gute Chancen als Spitzenkandidat der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen.

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