Gute Noten für die Qualität der öffentlichen Institutionen
2004: Keine Besserung am Standort Deutschland

Die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland hat sich nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in diesem Jahr nicht gebessert.

HB GENF. In einer Rangliste von 104 Ländern belegt die Bundesrepublik wie im Vorjahr Platz 13. Weltweit konkurrenzfähigste Nation ist wieder Finnland, gefolgt von den USA, Schweden, Taiwan und Dänemark, wie das WEF am Mittwoch in Genf weiter mitteilte. Das WEF, ein unabhängiges internationale Netzwerk für Unternehmer, ist vor allem durch das alljährliche Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos bekannt.

Die Studie basiert auf der Befragung von weltweit 8700 Führungskräften. In Deutschland bemängeln die Manager vor allem das restriktive Arbeitsrecht, unflexible Lohnfindungsprozesse sowie starre Einstellungs- und Kündigungsregelungen, die Steuergesetze und die Höhe der Steuern. Als negativ bewerten sie auch die ineffiziente Nutzung öffentlicher Mittel sowie das Haushaltsdefizit. „Dies alles sind Bereiche, in denen weiter handfeste Reformen dringend notwendig sind“, sagte WEF-Chefökonom Augusto Lopez-Claros. Gute Noten erhält Deutschland dagegen für die Qualität der öffentlichen Institutionen, die technische Leistungsfähigkeit und hinsichtlich der Korruption. Positiv betrachtet wird überdies die allgemeine Rechtssicherheit.

Finnland erreichte bereits zum dritten Mal den Spitzenplatz. Zu verdanken sei das vor allem den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem guten Funktionieren der öffentlichen Institutionen. Ferner verfüge der finnische Privatsektor über Innovationskraft und die Fähigkeit, immer neue Technologien zu entwickeln, hieß es in der Untersuchung ferner. Die WEF-Experten reihen insgesamt fünf nordische Länder unter den zehn global führenden Nationen ein. Dabei machte Norwegen einen Sprung von Platz neun auf Platz sechs.

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