Guttenberg-Affäre: „Politiker sind für Schüler keine Vorbilder“

Guttenberg-Affäre
„Politiker sind für Schüler keine Vorbilder“

Durch seine Plagiatsaffäre hat Karl-Theodor zu Guttenberg bei den Deutschen einige Kratzer bekommen. Es kommen auch Zweifel auf, ob ein Schummel-Politiker als Vorbild für Schüler taugt.
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Düsseldorf/Berlin

Der Deutsche Lehrerverband hofft, dass die Plagiatsaffäre von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) keine großen Imitationseffekte unter Schülern nach sich ziehen wird. "Im Fall von "KT" können wir Lehrer zu unseren Schülern klipp und klar sagen, da seht ihr, was herauskommt, wenn ihr schummelt, dann wird euch die Leistung aberkannt und ihr steht dumm da", sagte Verbandspräsident Josef Kraus Handelsblatt Online. "Wenn sich unsere Schüler massenhaft Politiker zum Vorbild nähmen, dann hätten wir wahrscheinlich einige Probleme mehr", fügte er hinzu: "Aber Politiker sind für unsere Schüler eher keine Vorbilder." Lehrer dürften daher die Nachahmung eines schlechten Vorbildes nicht durchgehen lassen.

Dessen ungeachtet wies Kraus darauf hin, dass es die Methode Copy and Paste gibt, seit es Schule und Hochschule gebe. Früher habe man es Spicken, Abschreiben oder Schummeln genannt. Und seit dem "Siegeszug des Internets" sei die Methode auch unter Schülern und Studenten "bestens" bekannt. "Natürlich müssen Konsequenzen sein", sagte Kraus. "Eine auf solche Weise erbrachte Arbeit wird von der Schule bzw. der Hochschule annulliert bzw. mit Note Sechs bewertet, vorausgesetzt, die Schummelei wird hieb- und stichfest nachgewiesen", erläuterte der Lehrerverbandspräsident. Damit sei die Sache erledigt. "Der betreffende Schüler oder Student wird deswegen nicht aus seinem "Amt" als Schüler oder Student entfernt", fügte Kraus hinzu. Er könne immer noch einen hervorragenden Bildungsabschluss hinlegen. "Eine Doppelbestrafung gibt es nicht."

Nach den Berichten über Plagiate in seiner Doktorarbeit hat das Bild von Guttenberg bei den Deutschen inzwischen einige Kratzer bekommen, doch im Großen und Ganzen steht die Bevölkerung weiter hinter dem CSU-Politiker. Nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin "stern" hat vor allem sein Ruf gelitten, glaubwürdig, gradlinig und vorbildlich zu sein. Glaubwürdigkeit etwa bescheinigt ihm nur noch jeder Zweite (50 Prozent) - neun Punkte weniger als in einer entsprechenden stern-Umfrage vor drei Wochen. Und knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) erklärte, der Minister habe bei ihnen an Vertrauen verloren.

Die große Mehrheit (70 Prozent) jedoch sagte, an ihrem Vertrauen zu dem Minister habe sich nichts verändert. Fast drei Viertel (73 Prozent) sprachen sich Ende voriger Woche für seinen Verbleib im Amt aus. Sogar die Anhänger von SPD, Grünen und der Linken waren mehrheitlich gegen einen Rücktritt.

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  • Hochstapler Felix Krull

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