Guttenberg-Debatte: Merkel-Vertrauter schlägt um sich

Guttenberg-Debatte
Merkel-Vertrauter schlägt um sich

Immer heftiger streitet die Union über angeblich unsolidarisches Verhalten gegenüber Guttenberg. Fraktionschef Kauder ging den Bundestagspräsidenten hart an, er verwahrte sich aber auch gegen Anwürfe aus der CSU.
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BerlinUnions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU), der auch als Vertrauter der Kanzlerin gilt, wandte sich insbesondere gegen Äußerungen von Bundestagspräsident Norbert Lammert, der vor Abgeordneten gesagt haben soll, die Plagiats-Affäre um Guttenberg sei der „Sargnagel“ für das Vertrauen in die Demokratie. „Einige Wortmeldungen waren nicht nötig. Vor allem die Bemerkungen des Parlamentspräsidenten haben in der Union zu erheblichem Unmut geführt. Hilfreich waren diese sicher nicht“, sagte Kauder der „Bild“-Zeitung.

Allerdings seien pauschale Vorwürfe gegen die CDU aus der Guttenberg-Partei CSU jetzt ebenfalls „fehl am Platz“, betonte er. „Wir haben uns klar und deutlich hinter den Verteidigungsminister gestellt.“

CSU-Chef Horst Seehofer erneuerte seine Kritik an der Schwesterpartei. Er wolle im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel sicherstellen, dass „sich solche Vorfälle in Zukunft in der Union nicht wiederholen“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Der Rücktritt von Guttenberg kostet die Union offenbar deutlich Zustimmung bei den Wählern. Einer Umfrage der „Bild am Sonntag“ zufolge könnten CDU und CSU bei Bundestagswahlen derzeit nur noch auf 33 Prozent der Stimmen hoffen, zwei Punkte weniger als vor einer Woche. 74 Prozent der Deutschen sind der Erhebung zufolge der Meinung, dass die schwarz-gelbe Koalition nach dem Rücktritt Guttenbergs schlechter da stehe als vorher.

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  • Herr Kauder, ich schlage Sie vor für die Auszeichnung mit der "Joseph-Goebbels-Medaille für Volkaufklärung und Propaganda" in Silber für Ihre herausragende öffentliche Arbeit im Dienste der Wahrheit und Sittlichkeit und für Anstand und Ehrlichkeit in der Politik!

  • Kauder beweist eindeutig, daß er (und damit die CDU-Spitze) die Demokratie und ihre Institutionen, in dem Fall den Präsidenten des Deutschen Bundestags, Herrn Lammert, dritthöchster Veantwortungsträger der Bundestrepublik, für lästiges unbequemes Beiwerk hält, das es zu maßregeln gilt! Ebenso wie Guttenbergs Verhalten ist, um Lammert zu ziteren, Kauder selbst "ein Sargnagel für die Demokratie", ein respektloser Demagoge, wie ihn die Politbüros ehemaliger sowjetbolschewistischer autokratisch herrschender Ostblockparteien hervorgebracht haben und wo es machterhaltender Brauch war, die gültige Wahrheit im ZK festzulegen.

  • Wie hieß es damals bei der FDP? :

    Die Partei der Besserverdienenen.

    Nun haben wir auch offzielle Parteien für die Unanständigen und Sittelosen. CDU/CSU

    Mal sehen, wer bei den nächsten Parteitagen im Amt bestätigt wird, so mancher CDUler überlegt inzwischen, sein Parteibuch zurückzugeben...

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