
Franz Josef Jung (CDU): Nach dem von der Bundeswehr angeordneten Luftschlag auf zwei gekaperte Tanklaster in Afghanistan im September 2009 gerät der CDU-Politiker (Mitte) wegen seiner Informationspolitik unter Druck. Nach der Bundestagswahl Ende September 2009 wird Jung Arbeitsminister. Mit dem Rücktritt von diesem Amt zieht er im November 2009 die Konsequenzen aus der Affäre.

Rudolf Scharping (SPD): Scharping wird heftig kritisiert, als er 2001 privat nach Mallorca fliegt und sich mit seiner Lebensgefährtin in einem Pool ablichten lässt, während Bundeswehrsoldaten auf dem Balkan im Einsatz sind. Seinen Hut muss Scharping ein Jahr später nehmen - nach Enthüllungen über Honorare eines PR-Beraters.

Gerhard Stoltenberg (CDU): Der Minister übersteht zunächst eine Affäre um die Lieferung von Material der Nationalen Volksarmee (NVA) an Israel. Die Lieferung von Panzern an die Türkei trotz eines gegenteiligen Beschlusses des Bundestages beendet seine Amtszeit vorzeitig im März 1992.

Manfred Wörner (CDU): Er bietet Anfang 1984 seinen Rücktritt an, nachdem sich die Frühpensionierung von General Günter Kießling (l.) wegen angeblicher Homosexualität als haltlos erweist. Kießling wird voll rehabilitiert. Wörner wird im Mai 1988 Nato-Generalsekretär.

Georg Leber (SPD): Dem bei der Truppe beliebten Sozialdemokraten (Bild von 1966: 1. Reihe, Sechster v.l.) werden im Februar 1978 Abhöraktionen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) zum Verhängnis.

Franz Josef Strauß (CSU): Er übersteht einen Untersuchungsausschuss zu angeblichen Schmiergeldzahlungen beim Kauf eines Schützenpanzers. Im Dezember 1962 stürzt Strauß dann über die „Spiegel“-Affäre: Nach einem kritischen Artikel über die Bundeswehr waren die Räume des Hamburger Nachrichtenmagazins durchsucht worden.

Theodor Blank (CDU): Der erste Verteidigungsminister (2.v.r.) scheidet im Oktober 1956 nach 16 Monaten Amtszeit aus. Er wirft entnervt das Handtuch, weil die neue Armee (Ziel: 500.000 Mann) nicht wie von ihm gewünscht aufgebaut wird. Blank wird später Arbeitsminister.
Franz Josef Jung (CDU): Nach dem von der Bundeswehr angeordneten Luftschlag auf zwei gekaperte Tanklaster in Afghanistan im September 2009 gerät der CDU-Politiker (Mitte) wegen seiner Informationspolitik unter Druck. Nach der Bundestagswahl Ende September 2009 wird Jung Arbeitsminister. Mit dem Rücktritt von diesem Amt zieht er im November 2009 die Konsequenzen aus der Affäre.
Am Dienstag waren mehrere Namen aus der CSU für die Guttenberg-Nachfolge im Gespräch: hinter vorgehaltener Hand zum Beispiel der von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Doch Ramsauer winkte mit Blick auf seine Familie gleich vehement ab. Der CSU-Mann Hans-Peter Friedrich wiederum wolle Landesgruppenchef im Bundestag bleiben, hieß es. Genannt wurde auch der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk, der als ruhig und arbeitsam gilt, aber auch der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt, ausgewiesener Experte mit vielen internationalen Kontakten. Beide sind zudem aus Franken, wie auch Guttenberg. Denn Parteiproporz ist auch entscheidend.
Spekuliert wurde auch über einen Wechsel von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in den Bendler-Block. Für diese Variante warb der frühere brandenburgische Innenminister und Bundeswehrgeneral, Jörg Schönbohm (CDU). Sollte de Maiziere Guttenberg nachfolgen und der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dafür ins Bundeskabinett einziehen, wäre das „eine gute Lösung“, sagte Schönbohm Handelsblatt Online. „Es wäre auch logisch, weil dann die Statik zu den beiden Parteien CDU und CSU erhalten bleiben würde.“ Im übrigen könnten beide ihre „Sachexpertise“ in die jeweiligen Ressorts einbringen. Den Rücktritt Guttenbergs nannte Schönbohm folgerichtig. „Es war für Karl-Theodor zu Guttenberg, für die Union und für die Bundeswehr die richtige Entscheidung“, sagte er. Zumal die Plagiatsaffäre der Union „geschadet“ habe.
Ein großer Kabinettsumbau - etwa mit Blick auf Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) - wurde in Koalitionskreisen für sehr unwahrscheinlich gehalten. Spekulationen gab es auch über den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, als möglichen Kandidaten. Er hat Reformvorschläge für den Umbau von Verteidigungsministerium und Bundeswehr vorgelegt, ist aber kein CSU-Mann. In Koalitionskreisen wurde der Vorschlag für wenig chancenreich gehalten.
Grünen-Sicherheitspolitiker Omid Nouripour schlug vor, dass eine Frau Guttenberg im Ministeramt folgt. „Andere Staaten haben hervorragende Erfahrungen damit gemacht.“ Bis Freitag müssen Merkel, Seehofer und Westerwelle nun jemanden finden, der Reformen anpackt und Ruhe in die Truppe bringt. Vielleicht schauen die drei ja auch vorsichtshalber in die Doktorarbeit des Kandidaten.
Wenn Teflon-Angie jetzt auf "Guttenberg-Gegner" einschlägt, zeigt sie doch nur ihr wahres Gesicht: sie biegt sich "ihre" Wahrheit so zurecht, wie sie es will. Ich erinnere nur an ihre Aussage 2008 zum Thema "Raubkopie". Aber ehrlich gesagt: kein Politiker, egal welche Farbe seine Fahne hat, ist heute noch ehrllich und aufrichtig.
Mit Schlagsahne und Tabasco schmeckt das vorzüglich!
Aber können Sie den Kant in der heutigen Zeit umsetzten?
Ich würde auch mal gerne lästern. Nur zu!
Merkels Haltung ist unverständlich, war doch ihre Stellungnahme vor zwei Jahren mehr als deutlich:
Raubkopien (dazu zählen auch Plagiate) sind kein Kavalliersdelikt sondern Diebstahl geistigen Eigentums.
Und Diebstahl ist bekanntermaßen ein kriminelles Delikt!
Scheint sich ihrer Meinung wohl nicht auf Politiker zu beziehen.
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