Guttenberg wehrt sich: „Der Plagiatsvorwurf ist abstrus“

Guttenberg wehrt sich
„Der Plagiatsvorwurf ist abstrus“

Verteidigungsminister zu Guttenberg reagiert demonstrativ gelassen auf Vorwürfe, er habe Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Die CSU warnte davor, den Minister zu beschädigen, die Grünen fordern eine Aufklärung.
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BerlinVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wehrt sich gegen Plagiats-Vorwürfe bei seiner Doktorarbeit, schließt aber einzelne Fehler beim Zitieren nicht aus. "Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus", teilte Guttenberg am Mittwoch in Berlin mit. "Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen." An der Arbeit der Dissertation hätten keine Mitarbeiter mitgewirkt. "Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung."

"Ich habe die Arbeit nach besten Wissen und Gewissen angefertigt", hatte der Minister zuvor über einen Sprecher mitteilen lassen. Der Ombudsmann für wissenschaftliche Selbstkontrolle der Universität Bayreuth befasse sich bereits mit der Angelegenheit. "Der ist dafür auch die richtige Stelle", erklärte Guttenberg. "Dem Ergebnis der jetzt dort erfolgenden Prüfung sehe ich mit großer Gelassenheit entgegen".

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, Guttenbergs Dissertation von 2006 enthalte an mehreren Stellen fremde Texte, die nicht als solche ausgewiesen seien. Dabei handle es sich unter anderem um die wortgleiche Wiedergabe einiger Passagen eines Zeitungsartikels sowie einiger Sätze aus einem Vortrag. Die Texte seien nicht als Zitat in den 1000 Fußnoten oder der 50 Seiten langen Literaturliste der Dissertation aufgeführt. Dies verstoße mindestens gegen die guten wissenschaftlichen Sitten. Insgesamt umfassten die beanstandeten Stellen mehrere Seiten.

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  • Es lebe der deutsche Neid auf den Erfolgreichen. Oder will mir einer weismachen, es sei Zufall, und dass sich ein Jurist quasi aus Jux und Tollerei hinsetzt und einen 475-seitigen Text nach unzureichend gekennzeichneten Zitaten durchforstet?
    Interessant auch, dass mancher der Kritiker sich noch vor wenigen Wochen über die "Vorverurteilung" es Gorch Fock Kapitäns echauffierte. "Denk ich an Deutschland in der Nacht…" 1).
    1) Heinrich Heine "Nachtgedanken"

  • Es mag ja misslich für K. Th. z. G. sein, aber er weiß es als Jurist selber am besten. Gilt für ihn das Gleiche wie in vergleichbaren Fällen, ist der Titel weg.

  • Es mag ja misslich für K.Th.z.G. sein, aber er als Jurist weiß es selber am besten. Gilt für ihn das Gleiche wie sonst auch, ist der Titel weg.

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