Gymnasiale Konstrukteure
Technik lockt ins Klassenzimmer

Wie begeistert man Schüler nachhaltig für Technik? Am neuen Innovationszentrum Schule-Technik in Bochum machen Elftklässler aus weiterführenden Schulen die ersten Schritte in der Welt der Technologie. Ein Erfolg auf ganzer Linie.

BOCHUM. Andrea Dederichs hält eine Schachfigur hoch. Den Bauern aus Plexiglas sollen die Schüler zeichnen, um ihr räumliches Vorstellungsvermögen zu trainieren. Es ist gar nicht so einfach für manche der Elftklässler, die Abmessungen der kleinen Figur zu erfassen. Doch nur dann können die Schüler auch mit einem Programm für Computer Aided Design (CAD) arbeiten und Werkstücke am Computer konstruieren, erklärt die Maschinenbauingenieurin und Dozentin der FH Bochum, die an diesem Montagnachmittag an das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium gekommen ist. Dort wird sie den Schülern erste Schritte des Konstruktionsprogrammes erklären.

Die Teilnehmer gehören zu den 185 Elftklässlern – darunter 65 Mädchen – aus weiterführenden Schulen in Bochum, die nach den Sommerferien am neuen Innovationszentrum Schule-Technik (IST Bochum) einen der neun Grundkurse im Fach Technik begonnen haben. Die Einführung in Fertigungsverfahren am Computer ist ihr Start in die Welt der Technologie.

Zu verdanken haben die Bochumer Schüler dieses Angebot dem Bochumer Techniklehrer Klaus Trimborn. Schon länger hatte der Lehrer sich überlegt, Technik nicht nur an seiner Schule als reguläres Fach anzubieten, sondern auch für die anderen weiterführenden Schulen in der Region. Zur gleichen Zeit suchte das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie nach einer Möglichkeit, Schüler auf nachhaltige Weise für Technik zu begeistern. Trimborn beriet das Ministerium, und schnell wurde die Idee vom Technikzentrum für Bochumer Schüler zu einer großen Sache. Das IST Bochum wurde im Rahmen der Initiative „Zukunft durch Innovation NRW“ zum Pilotprojekt gekürt, Träger ist die Mint-Stiftung Ruhr-Vest.

Für Projektleiter Trimborn, der seit 1984 am Kleist-Gymnasium Technik und Chemie unterrichtet, war es ein anstrengendes Vorbereitungsjahr. Der 50-Jährige musste gemeinsam mit Norbert Dohms, dem Projektverantwortlichen der FH Bochum, Partner gewinnen und Stadtverwaltung und Wirtschaft überzeugen. Es hat sich gelohnt: Ein Netzwerk aus Wissenschaft, Schulen, Verwaltung und Wirtschaft ist entstanden. Viele Bochumer Firmen – darunter die Stadtwerke, der USB Umweltservice, der Abfallentsorger Remondis und die Maschinenbaufirmen Mönninghoff und Eickhoff – unterstützen das Projekt. Nicht nur finanziell. Viele von ihnen entsenden auch Experten in den Unterricht und übernehmen Patenschaften für bestimmte Lernmodule wie „Bochum unter Strom“ oder „Hier kommt keiner rein – Alarm- und Sicherheitstechnik“. Die Agentur für Arbeit fördert das IST Bochum mit 480 000 Euro und unterstützt die außerschulischen Angebote, etwa Expertenbesuche oder Exkursionen zu Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Auf diese Weise sollen Wege zu technischen Berufen und Studiengängen geebnet werden.

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