Gysi gibt Fraktionssitz auf
„Ich habe mich selbst zu wichtig genommen“

Gregor Gysi hört als Fraktionschef der Linken im Bundestag auf. Der 67-Jährige spricht in einer emotionalen Rede von einem Generationswechsel. Zwei Kandidaten buhlen um die Nachfolge an der Spitze.
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BielefeldAm Ende war die Debatte um Rot-Rot-Grün Nebensache. Im Mittelpunkt beim Bundesparteitag der Linken in Bielefeld stand Gregor Gysi. Denn nach einem Vierteljahrhundert in der ersten Reihe der deutschen Politik zieht sich der Fraktionschef zurück. Der 67-Jährige kündigte am Sonntag an, den Posten im Herbst aufzugeben: „Ich werde nicht erneut kandidieren, da die Zeit gekommen ist, den Vorsitz unserer Fraktion in jüngere Hände zu legen.“ Die Worte gingen ihm nicht leicht über die Lippen, es war ein Abschied unter Tränen. Die gut 450 Delegierten feierten Gysi – und bedankten sich nach seiner emotionalen Rede mit mehr als zehnminütigem Applaus. Es wollte ihn wohl kaum einer gehen lassen.

Wenn er 1989 gewusst hätte, was auf ihn zukommen würde, wäre er nicht in de Politik gegangen, sagte Gysi am Ende seiner knapp einstündigen Ansprache. Mit brüchiger Stimme berichtete er, was seine Tätigkeit an der Spitze der Partei für ihn ganz persönlich bedeutete: „Ich hatte viel zu wenig Zeit für meine Angehörigen“, sagte er zu den Delegierten, „Das lag an mir. Weil ich zu selten Nein sagte, mich einfach zu wichtig nahm.“ Dafür wolle er sich bei seinen Freunden und seiner Familie entschuldigen, es tue ihm „sehr, sehr leid.“ Er dankte seinen Mitarbeitern und Familienmitgliedern, bevor er sich vor den Delegierten verbeugte – gleich sieben oder achtmal.

Der 67-Jährige steht seit 2005 an der Spitze der Linksfraktion, dem Bundestag gehört er mit einer Unterbrechung seit 1990 an. Dort führte er zehn Jahre lang die PDS, die später mit der WASG zur Partei Die Linke fusionierte.

Die derzeit stärkste Oppositionspartei im Parlament wird demnächst vermutlich wieder von einer Doppelspitze geführt. Als mögliche Nachfolger gelten die Wortführerin des linken Flügels, Sahra Wagenknecht (45), und der Reformer Dietmar Bartsch (57), beide bislang Gysis Stellvertreter. Gysi will zumindest bis 2017 Bundestagsabgeordneter bleiben. Er sicherte zu, „dass ich dann die Verantwortung wirklich abgebe, das heißt nicht heimlich versuchen werde, die Fraktion auf indirekte Art weiter zu leiten“.

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  • .......guter Parlamentarier und Demokrat.......

    Wie können Kommunisten zu denen ja auch die SED gehört (z.Z. Die Linke) Demokraten sein????????
    Denn das Verhältnis Kommunismus und Demokratie ist wie Feuer und Wasser.

  • Dann kann es sich ja endlich an die Aufarbeitung der SED-Vergangenheit machen, die Ausbeutung und Verbrechen an Menschlichkeit und Menschwürde, welche Gysi stets mit großem Eifer den Anschein von Rechtmäßigkeit und Rechtsstaatlichkeit verlieh. Bei der Gelegenheit kann er ja auch seinen persönlichen Anteil beleuchten, wie er als politscher Winkeladvokat seine Mandanten in Schauprozessen an Stasi und Henker auslieferte. Wahrhaft ein Mensch mit bewegter Vergangenheit über den das letzte Gericht noch zu richten hat.

  • Danke Herr Gysi,
    Sie waren trotz allem ein guter Parlamentarier und Demokrat, vor allem zutiefst menschlich!

    Wünsche Ihnen eine gute Zeit, verbunden mit der Bitte, nicht ganz von der "Bildfläche" zu verschwinden!

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