Rückendeckung erhielt Gysi auch von Havemanns Sohn Florian. "Unabhängig von der Frage, ob Herr Gysi IM war - was ich nicht beurteilen kann -, hat er im Sinne unseres Vaters gehandelt", sagte er. Sein Vater habe über Gysi eine Verbindung zur Parteiführung herstellen wollen. "Das ist ihm gelungen. Ab dem Zeitpunkt, als er Anwalt unseres Vaters war, hat es keinen Prozess mehr gegeben", fügte Havemann hinzu und betonte: "Ich fand immer alles einsehbar, was Herr Gysi gesagt hat." Dass nun wieder Vorwürfe gegen ihn erhoben würden, habe "politische Gründe". Sie seien im Erstarken der Linkspartei zu suchen.
Gysi hatte vor der Plenardebatte noch gesagt,eine solche Aktuelle Stunde zu einem einzelnen Abgeordneten habe es "noch nie gegeben". Die Koalition sei "verzweifelt über die Erfolge der Linken". Zugleich nehme sie an, "wenn man die Personen ausreichend beschädigt, beschädigt man eben auch die Linke".
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) forderte Gysi auf, die Belege beizubringen, die seine Behauptungen bestätigen. Thierse verwies darauf, dass ein Bundestagsausschuss bereits vor Jahren festgestellt habe, "dass eine Tätigkeit Gysis für die Staatssicherheit als erwiesen gilt".


