Gysi und Lafontaine als Galionsfiguren
Umfrage räumt Linksbündnis Chancen ein

Noch ist das angestrebte Linksbündnis aus PDS und WASG nicht in trockenen Tüchern. Doch die Beteiligten samt Galionsfiguren Gysi und Lafontaine beginnen bereits zu träumen. Als Alternative zur SPD sehen sie sich als drittstärkste Kraft aus der Bundestagswahl hervorgehen. Eine erste Umfrage ermuntert sie sogar darin.

HB BERLIN. Das neue Linksbündnis aus ehemaligen Sozialdemokraten und der PDS will nach Worten von WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst in erster Linie gegen die SPD kämpfen. "Wir wollen gegen die SPD antreten", sagte Ernst von der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) im Gespräch mit Reuters-TV nach der Grundsatzentscheidung für ein Linskbündnis mit der SED-Nachfolgepartei PDS am Freitag.

"Die SPD ist soweit nach rechts gerückt, dass links von der SPD so ein breites Feld ist, dass nicht alleine von der PDS im Osten zu gewinnen ist." Galionsfigur im Westen soll der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine werden, im Osten soll dies Gregor Gysi sein. "Die Chance liegt darin, ein Projekt zu organisieren, dass in Ost und West gleichermaßen von Bedeutung ist. Da müssen sich einige warm anziehen."

Im Sender N-24 ergänzte Ernst, dass er fest mit dem Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde bei den geplanten vorgezogenen Neuwahlen im Herbst rechne: "Zwischen acht und zehn Prozent würde ich mal sagen", schätzte er die Chancen des Bündnisses ein.

Zudem appellierte Ernst an die Gewerkschaften, sich im anstehenden Wahlkampf nicht an eine Partei zu binden, wie dies in der Vergangenheit häufiger der Fall war. "Eine Gewerkschaft muss immer unabhängig von einer Partei sein. Das heißt natürlich auch, dass man auch unabhängig von der SPD ist."

Brandenburgs CDU-Vorsitzender und Innenminister Jörg Schönbohm sprach dem Linksbündnis indes jegliche Glaubwürdigkeit ab. Zu den voraussichtlichen Spitzenkandidaten, Oskar Lafontaine und demGregor Gysi sagte er: "Das sind zwei die links reden und tiefbürgerlich leben. Ich gehe davon aus, dass die Wähler bei der Wahl Lafontaine endgültig die Rote Karte zeigen, es wird auch höchste Zeit."

Einer aktuellen Umfrage zufolge hätte eine PDS/WASG-Liste aber durchaus Chancen bei den Wählern. Immerhin 18 Prozent der Befragten sich vorstellen könnten, das angestrebte Bündnis aus PDS und WASG zu wählen. Für 79 Prozent käme dies nicht in Frage. Dabei halten 15 Prozent der SPD - und 21 Prozent der Grünen - Anhänger ein Votum für das Linksbündnis für möglich, aber nur 7 Prozent der Unions- und 9 Prozent der FDP-Anhänger. 86 Prozent der PDS-Anhänger könnten sich eine solche Wahl vorstellen.

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