„Haben die nichts anderes zu tun?“: Verfassungsschützer treiben Abgeordnete auf die Barrikaden

„Haben die nichts anderes zu tun?“
Verfassungsschützer treiben Abgeordnete auf die Barrikaden

Weil der Geheimdienst 27 Bundestagsabgeordnete der Linkspartei beobachtet, muss er sich heftige Kritik gefallen lassen. „Unsinn, unerträglich, absurd“ – so lauten die Urteile über Parteigrenzen hinweg.
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BerlinDer Bundesverfassungsschutz muss sich nach Berichten über die Beobachtung von Abgeordneten der Linkspartei Kritik von allen Seiten gefallen lassen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Arbeit von frei gewählten Bundestagsabgeordneten dürfe nicht beeinträchtigt werden. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) nannte die Beobachtung der Linken ein Unding. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), forderte eine Begründung.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge beobachtet der Verfassungsschutz 27 der 76 Linke-Bundestagsabgeordneten, darunter Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau. Auch elf Mandatsträger in Landtagen sollen ausgeforscht werden.

Leutheusser-Schnarrenberger sagte: „Wenn es tatsächlich wahr ist, dass langjährige Bundestagsmitglieder bis hin zur Bundestagsvizepräsidentin überwacht werden, wäre das unerträglich.“ Nach der Pannenserie um die Ermittlungen gegen die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle solle der Verfassungsschutz seine Arbeit und seine Schwerpunkte überdenken.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte dem Blatt zu der möglichen Überwachung durch den Verfassungsschutz: „Haben die nichts anderes zu tun?“

Thierse sagte der „Berliner Zeitung“, er könne nicht erkennen, dass Politiker wie Gysi oder Pau verfassungsfeindlich agierten. Der Verfassungsschutz müsse vor der Beobachtung von Abgeordneten die Zustimmung des Bundestages einholen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, nannte das Vorgehen des Verfassungsschutzes absurd. Das Parlament benötige einen Schutzmechanismus, damit die Exekutive nicht die Legislative ausforsche, sagte er dem Blatt.

Bosbach sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) zur Linkspartei: „Wer sich in der Partei eine Kommunistische Plattform hält, darf sich nicht wundern, dass es eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz gibt.“ Allerdings habe ihn die hohe Zahl der überwachten Abgeordneten überrascht. Der Verfassungsschutz müsse schon gut begründen, warum er auch Material über die sogenannten Realos bei der Linkspartei sammle. „Er muss Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen belegen können“, sagte Bosbach. „Allein die Mitgliedschaft in der Partei reicht dafür nicht aus.“ Der beste Ort für eine solche Erläuterung sei der von ihm geleitete Bundestags-Innenausschuss. Dass es besonders heikel sei, Bundestagsabgeordnete zu beobachten, verstehe sich von selbst.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Witz komm heraus! Die Grünen sind in vielen Positionen so konservativ, wie CDU und FDP. Ein Blick nach Württemberg langt. Oder die Einlassung der Grünen zur Rente mit 67. Die Argumente der Berliner Grünen gegen eine Erhöhung der Einkommenssteuer. Die fehlende Aufarbeitung ihrer Fehler in der Regierung unter Schröder. Die öffentliche Distanzierung von Joschka Fischer, der seine "grünen Ideale" mittlerweile an die Atomkonzerne verkauft!

  • Wie gestern noch zu hören war, überwachen die die Linke seit 1995.
    Den Auftrag für so etwas bekommt der Verf-Schutz vom Innenminister. Dies wurde ebenfalls gesagt.
    Also war das Schäuble, denn der war damals Innenminister.
    Dann wäre es Schäubles Aufgabe gewesen, dies längst zu beenden.
    Es wäre viel wichtiger mal die Grünen zu überwachen, denn die sind strammer sozialisch und diktatorisch als die Linke

  • Ich bin dafür, dass der Verfassungsschutz alle Abgeordneten aller Parteien 24 Std am Tag überwacht werden. Denn diese Damen und Herren haben bisher gegen so viele Gesetze verstossen, dass sie eine Gefahr für den Bürger und unsere Demkratie darstellen.

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