Haftbefehl erlassen
Libanese unter dringendem Terror-Verdacht

Gegen den am Samstag festgenommenen mutmaßlichen Bombenleger ist Haftbefehl erlassen worden. Nach dem spektakulären Fahndungserfolg geben Bundesregierung und Sicherheitsbehörden jedoch keine Entwarnung. Der Komplize des 21-Jährigen wird noch gesucht.

HB KARLSRUHE/BERLIN. Der Bundesgerichtshof erließ am Sonntag Haftbefehl gegen den 21-jährigen Libanesen, weil er verdächtigt wird, zusammen mit weiteren Mitgliedern einer terroristischen Vereinigung einen Anschlag auf zwei Regionalzüge in Dortmund und Koblenz versucht zu haben. Außerdem werde dem Studenten versuchter Mord in einer Vielzahl von Fällen mit gemeingefährlichen Mitteln vorgeworfen, teilte die Generalbundesanwältin in Karlsruhe mit.

Die Fahndung nach dem zweiten mutmaßlichen Bombenleger lief auf Hochtouren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. „Wir wissen nicht, wie der zweite Tatverdächtige reagieren wird.“ Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach mit Blick auf die im Juli gescheiterten Anschläge mit zwei Kofferbomben von einer sehr ernsten Bedrohung und verwies auf die islamistischen Attentate auf den Nahverkehr in London vor einem Jahr. Bundespolizei und Bahn verstärkten die Überwachung von Bahnhöfen.

Der Libanese war am frühen Samstagmorgen auf dem Kieler Hauptbahnhof festgenommen worden. Der Haftbefehl stützt sich nach Angaben von Generalbundesanwältin Monika Harms unter anderem auf Videoaufnahmen und DNA-Spuren, die dem Verdächtigen zugeordnet werden konnten. Ihm wird zudem „versuchter Mord mit gemeingefährlichen Mitteln in einer Vielzahl von Fällen“ und „versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ vorgeworfen. Der hohe logistische Aufwand zum Bau der Bomben sei ein Indiz dafür, dass die Gruppierung dauerhafte Strukturen aufweise. Der Verdächtige habe sich in der Nacht absetzen wollen und sei deshalb festgenommen worden.

Der junge Mann, dessen Name mit Yussef Mohamad E.H. angegeben wurde, stamme aus dem Libanon und sei 2004 nach Deutschland eingereist. Er habe eine Aufenthaltsgenehmigung und studiere Mechatronik. Bei seiner Festnahme habe er einen Koffer bei sich gehabt, explosive Gegenstände seien darin aber nicht gefunden worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Auch bei der Durchsuchung eines Studentenwohnheims und einer angrenzenden Werkstatt in Kiel seien keine „explosionsgefährlichen Bestandteile“ gefunden worden. Die Auswertung der Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen.

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