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07.02.2008 
Verdacht auf Veruntreuung

Haftbefehl gegen NPD-Schatzmeister

Der Schatzmeister der rechtsextremistischen NPD sitzt in Untersuchungshaft: Erwin Kemna wird verdächtig, tief in die Parteikasse gegriffen haben. Der 57-Jährige wurde am Donnerstag festgenommen, zugleich waren sowohl die NPD-Zentrale als auch mehrere Wohnungen und Büros im Umfeld des Funktionärs stundenlang durchsucht worden.

Am Donnerstag klingelten die Ermittler bei der NPD-Parteizentrale. Foto: dpaLupe

Am Donnerstag klingelten die Ermittler bei der NPD-Parteizentrale. Foto: dpa

HB MÜNSTER/BERLIN. Ihm wird vorgeworfen, mindestens 627 000 Euro von Konten der NPD für sich selbst abgezweigt zu haben, wie der leitende Oberstaatsanwalt Hans-Josef Wagner in Münster mitteilte. Wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Untreue wurde noch im Lauf des Tages Haftbefehl gegen Kemna erlassen.

Der Haftbefehl des Amtsgerichts Münster erging nach den Worten Wagners wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr. Untreue kann mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren, bestraft werden.

Seit dem Morgen waren Räume im persönlichen und geschäftlichen Umfeld des NPD-Schatzmeisters in Ladbergen, Lengerich und Osnabrück untersucht worden. Dutzende Polizisten durchsuchten zudem stundenlang die Zentrale der NPD in Berlin und die Verlags GmbH der Parteizeitung im sächsischen Riesa, um mögliche Beweise sicherzustellen.

Seit Anfang 2004 habe Kemna in mindestens 65 Fällen Geld von Konten der NPD über Umwege auf das Geschäftskonto einer von ihm als Geschäftsführer betriebenen Küchen GmbH geleitet, berichtete Oberstaatsanwalt Wagner. Die Einzelbeträge beliefen sich auf bis zu 55 000 Euro. Am Morgen wurde Kemna dann in einer von ihm betriebenen Boutique in Ladbergen festgenommen.

Auf die Spur kamen ihm die Ermittler vor knapp einem Jahr nach der Anzeige einer Bank wegen Geldwäscheverdachts. Dem Geldinstitut waren dubiose Transaktionen aufgefallen, wie Peter Opdensteinen vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen berichtete. Seit März 2007 werde ermittelt. Kemna hatte den Ermittlern zufolge zwischen sieben und 15 Konten bei verschiedenen Banken, was die lange Dauer der Ermittlungen erkläre. „Unmengen von Kontobewegungen mussten ausgewertet werden“, sagte Wagner.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Politisch kann uns keiner den Garaus machen“

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