Hamburg
Afghanen-Abschiebung gescheitert

Der von Hamburg für diesen Mittwoch geplante bundesweite Start der Abschiebung von Afghanen in großem Stil ist gescheitert.

HB HAMBURG. Von zunächst sechs allein stehenden jungen Männern, die zwangsweise die Hansestadt verlassen sollten, werde nur ein inhaftierter Straftäter ausgeflogen, sagte ein Sprecher der Innenbehörde am Mittwoch mit. Der Kriminelle hätte auch ohne die seit dem 1. Mai geltende Aufhebung des bundesweiten Abschiebestopps für Afghanen ausreisen müssen.

Von den fünf Weiteren hätten vier Asyl- oder Petitionsanträge gestellt. Bis zur Klärung der Anträge dürfen sie nicht abgeschoben werden. Ein Fünfter habe überraschend die Heirat mit einer Deutschen angekündigt und darf ebenfalls bleiben.

Rund 3000 in Hamburg lebende Afghanen sind nach Behördenangaben derzeit grundsätzlich ausreisepflichtig. Der parteilose Innensenator Udo Nagel erklärte: „Ich habe mit Widerstand gerechnet.“ Jedem Einzelnen bleibe überlassen, einen Asylantrag zu stellen. „Hamburg hält an seiner Linie der zwangsweisen Rückführung fest“, betonte Nagel. Der nächste mögliche Abschiebetermin von Afghanen aus der Hansestadt sei der kommende Mittwoch.

Mitglieder der afghanischen Gemeinde in Hamburg wollten am Mittwoch in einem Demonstrationszug durch die City ziehen und vor der Innenbehörde gegen die drohende Abschiebungen von Landsleuten protestieren.

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