Hamburg
Beust will HSH Nordbank schnell loswerden

Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) will nach der Sanierung der angeschlagenen HSH Nordbank Anteile des Landes möglichst rasch verkaufen. Beust rechnet mit einem Verkauf der Landesbank 2014 oder 2013. Dazu suche Beust noch einen langfristigen Partner.
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HB HAMBURG/KIEL. "Das wird, schätze ich, im Jahr 2014 der Fall sein, eventuell auch schon ein Jahr früher", sagte Beust der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe bereits erste Kontakte zu möglichen Interessenten. "Wir wollen möglichst langfristige Partner finden." Wer das sein könnte, sagte er nicht: "Da ist noch nichts spruchreif." Der Regierungschef betonte, er könne sich auch andere Formen der Anteilsveräußerung vorstellen - längerfristig sieht er einen vollständigen Rückzug des Landes aus der Bank.

"Wichtig ist für mich, dass wir eine Bank haben, die Anliegen finanziert, für die andere Banken oder Sparkassen keine Expertise haben", sagte Beust und verwies dabei unter anderem auf die Bereiche erneuerbare Energien oder Schiffsfinanzierungen. Diese Bank müsse zudem lokal verankert sein. Filialen von Kreditinstituten mit Hauptsitz in Frankfurt/Main reichten nicht aus. Ob der Staat daran beteiligt sein müsse, sei sekundär. "Wir wollen nicht dauerhaft im Bankgeschäft tätig sein", sagte Beust.

Die Verkaufspläne des Hamburger Bürgermeisters decken sich mit den Vereinbarungen des Regierungsbündnisses von CDU und FDP in Schleswig- Holstein. "Wir wollen das eingesetzte Kapital zurückerhalten und uns schnellstmöglich von dieser Beteiligung trennen", heißt es zur HSH Nordbank im Koalitionsvertrag. Das Land soll auch keine weiteren Haftungsrisiken übernehmen, weder mit Garantien noch mit weiterer Kapitalzufuhr.

Die angeschlagene HSH Nordbank hatte im vergangenen Jahr 2,8 Mrd. Euro Verlust gemacht. In diesem Jahr wird mit einem Minus von rund einer Milliarde Euro gerechnet. Zuletzt hatten Hamburg und Schleswig-Holstein, die gemeinsam 85,5 Prozent der Bank halten, das Kreditinstitut mit einer Finanzspritze in Höhe von drei Mrd. Euro und Garantien über zehn Mrd. Euro vor dem Kollaps bewahrt.

"Die Hilfe des Staates für die HSH Nordbank hat zum Glück bislang noch keinen Cent gekostet", betonte Beust. Er räumte jedoch ein, dass Schleswig-Holstein und Hamburg das Risiko trügen und wegen der schlechten Geschäftslage der Bank auch keine Dividende erhielten. Insgesamt sehe er die Bank aber auf dem richtigen Weg. "Es ist ein schwieriger Ritt auf der Rasierklinge. Bislang ist der Plan aber so gelaufen wie er laufen sollte", sagte Beust.

Kommentare zu " Hamburg: Beust will HSH Nordbank schnell loswerden"

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  • Wenn der Regierende von Hamburg - Ole, Ole, Ole, Ole

    Ernst mit seiner Ankündigung der Aufgabe der HSH Nordbank macht, dann fusioniert er "seine Landesbank" ganz schnell mit der NordLb und zusammen fahren sie die bilanzsumme um über 50 % herunter.

    Damit könnte man auch auf den ganzen Vorstand und Aufsichtsrat der HSH Nordbank verzichten!

    Aber zuerst ist es den CDU-Politikern im hohen Norden (Hamburg u. Schleswig Holstein) erst einmal wichtig, dass die Mitarbeiter der HSH Nordbank - trotz Milliarden Verlusten - mal zum Aufbauen ein paar boni (Nein, es sind nur variable Gehaltsbestandteile in Form eines 14. Monatsgehaltes) auf ihre Konten überwiesen bekommen. Finde ich als Steuerzahler wirklich prima!

    Statt boni sollte man den Managern, Politikern und Aufsichtsräten der HSH Nordbank den Stuhl vor die Tür stellen und versuchen die Verluste durch Schadenersatzklagen teilweise wieder von den Privatvermögen zu holen.

    Es ist ein schlechter Witz - die bonizahlungen der HSH Nord-(Not-)bank! Und teuer ist es auch für uns kleine bürger. Hier sollte sich einmal Westerwelle für den Mittelstand und den kleinen Arbeiter einsetzen.

  • Lieber Herr beust,

    wieviele Milliarden € bekommt der Erwerber als Mitgift für die Übernahme der HSH-Nordbank?

    ich würde mich persönlich engagieren, wenn ich mindestens 50 Mrd. € (Steuergeschenke) und eine Garantie für die Risiken bekommen würde. Mit einem Eigenkapital von 0 würde ich dann meine Fachkompetenz und die kaufmännischen Prinzipien eines vorsichtigen Kaufmanns in die bank einbringen. Nach 10 Jahren wäre dann die HSH-Nordbank saniert (versprochen).

    Mal ehrlich Herr beust, glauben Sie wirklich, dass ein von Grund auf marode Landesbank ohne staatliche Mitgift und Garantien von einer Privatbank, einem genossenschaftlichen institut oder einem Finanzinvestor übernommen werden kann (derjenige würde wirtschaflichen Selbstmord begehen). Und im öffentlich-rechtlichen bankenbereich sieht es bei den übrigen Landesbanken (bayernLb, WestLb, LbbW) nicht besser aus!

    ich bin nur noch gespannt, wie hoch die Verluste der HSH-Nordbank in 2010 sind.

    Große Risiken liegen im Engagement bei der HappagLoyd, in der Flugzeug- und Schiffsfinanzierung und in ausländischen Wertpapieren! Ein Ergebnis um die 500 Millionen € Verlust für 2010 wäre schon ein großer Erfolg (eine realistische Einschätzung!)

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