Hamburg-Wahl
Angst vor „hessischen Verhältnissen“

Vier Wochen nach Hessen und Niedersachsen wählt Hamburg am kommenden Sonntag ein neues Landesparlament. Die alleinregierende CDU muss in der Hansestadt deutliche Stimmenverluste befürchten. Und die "Zumwinkel-Affäre" schürt zusätzliche Ängste.

HAMBURG. Die Sorge vor einem Erstarken der Linken durch die "Zumwinkel-Affäre" prägen die Gemütslage der großen Parteien vor der Hamburg-Wahl. Die CDU machte zuletzt den Grünen Avancen für ein schwarz-grünes Bündnis. Die SPD hofft auf eine Rückkehr an die Macht - ebenfalls in einer Koalition mit den Grünen. Entscheidend könnte das Abschneiden der Linken und der FDP werden.

Die rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten der Hansestadt können unter 14 Parteien mit 353 Kandidaten wählen. Beobachter erwarten ein spannendes Rennen um die 121 Sitze im Hamburger Rathaus.

Den Umfragen zufolge wird die CDU ihre absolute Mehrheit verlieren, die SPD zulegen und die neue Partei Die Linke erstmals in die Bürgerschaft einziehen. Die Grünen müssen demnach mit leichten Verlusten rechnen, die Freidemokraten um den Einzug in die Bürgerschaft bangen. Somit könnte aus dem bisherigen Drei- ein Fünf- Parteien-Parlament werden. Das könnte ähnliche Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung zur Folge haben wie derzeit in Hessen.

Im einzelnen sehen Meinungsforscher die CDU derzeit bei 39 bis 42 Prozent (2004: 47,2), die SPD bei 32 bis 35 Prozent (2004: 30,5), die GAL bei 10 bis 11 Prozent (2004: 12,3), die Linke bei 7 bis 8 Prozent (2004 nicht angetreten) und die FDP bei 5 Prozent (2004: 2,8).

Im einzigen Fernsehduell gingen Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und sein SPD-Kontrahent Michael Naumann - wie im gesamten Wahlkampf - am Sonntagabend fair und sachlich miteinander um. Im Gegensatz zu Hessen gibt es im Hamburger Wahlkampf wenig Polarisierung. "Eine große Koalition halte ich für nicht unwahrscheinlich", sagte der Politikwissenschaftler Michael Greven. "Ich sehe im Unterschied zu Hessen keine unüberbrückbaren Differenzen."

Durch die von Durchsuchungen beim zurückgetretenen Postchef Klaus Zumwinkel ausgelöste Steueraffäre erwartet Bürgermeister Beust einen Zulauf für die Linke. "Wenn Leute den Kanal nicht vollkriegen können und sich unanständig verhalten wie jetzt Herr Zumwinkel, bringt das natürlich viele Leute dazu zu sagen: Die da oben, da sieht man mal wieder."

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