Hamburger Oberbürgermeister

Olympia-Referendum entscheidet über Deutschlands Chancen

Vor dem Referendum am Sonntag macht Hamburgs OB Stimmung für die Olympia-Bewerbung: Scheitere das Referendum, gebe es vielleicht lange keine Spiele mehr in Deutschland, so Olaf Scholz. Das wisse auch die Regierung.
1,2 Milliarden Euro will Hamburg für die Olympischen Spiele beisteuern. „Ich bin nicht bereit, den Pfad der Seriosität zu verlassen“, so Scholz. Quelle: dpa
„Meine Aussage steht“

1,2 Milliarden Euro will Hamburg für die Olympischen Spiele beisteuern. „Ich bin nicht bereit, den Pfad der Seriosität zu verlassen“, so Scholz.

(Foto: dpa)

HamburgHamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe) davor gewarnt, ein frühzeitiges Aus für die Hamburger Olympia-Bewerbung bedeute, dass in Deutschland auf Jahrzehnte hinaus keine Olympischen Sommerspiele denkbar wären. „Nachdem die Bewerbungen von Berlin und Leipzig gescheitert sind, ist das die dritte Möglichkeit, Sommerspiele in Deutschland zu veranstalten. Wenn wir die nicht ergreifen, wird es vielleicht in den kommenden 50 Jahren keine Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in Deutschland geben“, sagte Scholz

Die Hamburger Wähler stimmen am Sonntag darüber ab, ob die Stadt ihre Bewerbung für die Sommerspiele 2024 aufrecht erhält. Hamburg hatte sich im Frühjahr gegen Berlin als deutsche Bewerberstadt durchgesetzt. Zuletzt war die Zustimmung in Umfragen leicht gesunken.

Auch falls das Referendum scheitere, sei eine Bewerbung Berlins für die Spiele 2028 ausgeschlossen, sagte Scholz: „Wenn das Referendum scheitert, ist die Sache für Deutschland die nächsten Jahrzehnte erledigt. Das sieht auch die Bundesregierung so.“ Scholz versicherte, Hamburgs Anteil an den nötigen 7,4 Milliarden Euro Steuermitteln solle bei den von ihm genannten 1,2 Milliarden Euro bleiben – auch im Fall unerwarteter Steuermehreinnahmen. „Meine Aussage steht. Ich bin nicht bereit, den Pfad der Seriosität zu verlassen“, sagte er dem Handelsblatt. Dennoch müssten Stadt und Bund dem IOC die nötigen Garantien für den Fall von Kostensteigerungen geben.

Scholz plädierte für mehr Optimismus für die Bewerbung: „Wir haben ein beeindruckendes Konzept vorgelegt und das detaillierteste, das man neun Jahre vor Spielen haben kann. Wir sollten ans Gelingen glauben, nicht ans Scheitern“, sagte er der Wirtschafts- und Finanzzeitung.

So hätte Hamburg 2024 aussehen sollen
Hafeninsel bei Nacht
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So haben sich die Hamburger Olympiaplaner das Gelände für die Spiele 2024 vorgestellt: Die Hafeninsel Kleiner Grasbrook sollte das Olympiastadion, die Olympiahalle und das Olympische Dorf aufnehmen.

OlympiaCity
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Die Planer hatten sich intensiv mit der Nachnutzung beschäftigt: Anders als beispielsweise in Athen sollten die Sportstätten nach den Spielen nicht ungenutzt bleiben. Hier zu sehen: Das Olympiagelände nach den Spielen als neuer Stadtteil OlympiaCity.

Olympiastadion am Wasser
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Der Blick von oben zeigt: Das Olympiastadion sollte direkt am Wasser entstehen. Zum Olympischen Dorf führen im Entwurf mehrere neue Brücken.

Zu Fuß und per Rad erreichbar
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Der Blick von Westen: Das Bild verdeutlicht die Lage des Geländes; im Vordergrund die Elbphilharmonie. Die Bewerbung sollte beim IOC damit punkten, dass die Sportstätten häufig zu Fuß oder per Rad erreichbar sind. Fast alles sollte im Radius von zehn Kilometern um die OlympiaCity liegen. Die Macher versprachen auch, dass - anders als bei der Elbphilharmonie - die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

60.000 Sitzplätze
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Kernstück sollte das Olympiastadion auf der Elbinsel Kleiner Grasbrook sein.

Recycelte Tribünen
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Nach den Spielen sollte der äußere Rand des Stadions zu Wohnungen werden. 400 Einheiten sollten dadurch entstehen. Die Sitzschalen, die wegfallen, sollten recycelt werden – oder als Andenken verkauft. Im Inneren des neuen Wohnrings wären 20.000 Sitzplätze für Leichtathletikveranstaltungen geblieben.

Keine Proteste
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An Anwohnerproteste haben die Planer offenbar auch gedacht: Sie schrieben ausdrücklich, solche Veranstaltungen sollten nur selten stattfinden.

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